17.10.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

24-Jähriger wegen Tätowierung vor Gericht Hakenkreuz oder doch Buddha-Symbol?

Die Sache war kurios. Denn während die Staatsanwaltschaft meinte, eine Tätowierung auf dem Arm des Angeklagten zeige ein Hakenkreuz, ließ der Beschuldigte wissen: "Es ist ein Glücksbringer-Symbol aus dem buddhistischen Glauben."

Symbolbild: dpa
von Autor HWOProfil

Amberg. (hwo) Wenn es um Embleme aus brauner deutscher Vergangenheit geht, lassen die Strafverfolger nicht mit sich reden. Diesmal doch. Denn ein 24-Jähriger wies den Verdacht strikt von sich, er sei wohl ein Anhänger von nationalsozialistischem Gedankengut und mache das auch nach außen hin deutlich.

Der Mann hat, wie die Amtsrichterin Sonja Tofolini Bildern entnehmen konnte, eine auf den ersten Blick eindeutige Tätowierung auf seinem muskulösen rechten Arm. Sie zeigt ein Symbol, das dem Hakenkreuz ähnelt und von daher den Straftatbestand der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen erfüllen würde. In den Nischen dieses Symbols sind aber vier Punkte angebracht.

Der Beschuldigte argumentierte in sehr sachlicher Form und versicherte der Richterin: "Das ist ein Glücksbringer-Symbol aus dem buddhistischen Glauben. Ein Zeichen des Guten." Er selbst, so fügte der Mann hinzu, lebe nach den Regeln des Buddhismus und beabsichtige, "zu dieser Religion überzutreten".

Das alles klang glaubhaft. Kam hinzu: Gegenteiliges war nicht zu beweisen. Der 24-Jährige zeigte sich moderat und ließ wissen: "Ich sage Leuten, die danach fragen, was es mit diesem Symbol auf sich hat." Zumal er selbst schon Länder des Buddhismus bereist und dort den friedlichen Charakter dieses Glaubens wahrgenommen habe.

Der Prozess endete mit einer Vereinbarung. Das Verfahren wurde eingestellt. Der Mann muss aber die Tätowierung auf seinem Arm entfernen oder so verändern lassen, dass die Hakenkreuz-Form nicht mehr sichtbar ist. Dies muss innerhalb von drei Monaten geschehen, wobei der 24-Jährige gegenüber der Justiz einen Bildnachweis zu erbringen hat. Er stimmte sofort zu, und auch Staatsanwalt Wolfgang Doblinger tat das.

Das ist ein Glücksbringer-Symbol aus dem buddhistischen Glauben. Ein Zeichen des Guten.Der Angeklagte
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