07.07.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

34-Jähriger beseitigte brisantes Beweisstück Wo ist das Rauschgift?

Es ging zu wie im Film: Erst wurden in Weiden zwei Ladendiebe festgenommen, dann kam es in Sulzbach-Rosenberg zur Hausdurchsuchung. Dabei stießen Fahnder auf Beutestücke und stellten ein Tütchen mit Rauschgift sicher. Doch der Besitzer beseitigte das brisante Beweisstück.

Symbolbild: dpa
von Autor HWOProfil

Der Mann ist seit langem drogenabhängig. Doch das spielte zunächst keine Rolle, als die Weidener Polizei zur Fahndung ansetzte. Sie wusste: Es gab ein Pärchen, dass immer wieder aus dem Nachbarlandkreis Amberg-Sulzbach mit dem Auto anreiste, in Geschäfte ging und Ladendiebstähle in Serie verübte. Heuer im März waren die beiden wieder in der Max-Reger-Stadt. Ihr Auto sichteten Zivilbeamte nahe der Justizvollzugsanstalt, stellten ihn und nahmen die Insassen fest. Dabei ergab sich: Gegen die Frau aus Sulzbach-Rosenberg bestand bereits ein Haftbefehl. Ihren 34-jährigen Begleiter brachte man auf die Wache und stellte eine Stunde später dessen Appartement auf den Kopf. Der Verdächtige war dabei.

Polizei wird fündig

Die vier Weidener Beamten stießen auf zwei Geldbörsen, eine Uhr und mehrere bereits gewaschene Textilien, die wohl aus Ladendiebstählen stammten. Dann aber ereignete sich Überraschendes: Hinter dem Kühlschrank lag ein Plastiktütchen mit einer Substanz, bei der es sich wohl um zehn Gramm Heroin handelte. Bis dahin war der 34-Jährige nervös auf einem Stuhl gesessen. Plötzlich sprang er auf und riss das Tütchen an sich. Was tat er damit? Vor der Amtsrichterin Sonja Tofolini in Amberg gab es verschiedene Versionen. "Er hat es verschluckt", mutmaßten die Ordnungshüter. Der Angeklagte lieferte eine andere Fassung: "Ich habe den Inhalt ausgeschüttet." Es gab noch eine dritte Version: Die Substanz aus dem Plastikbehälter könnte auch, in einem Waschbecken entsorgt worden sein. Das Tütchen tauchte nicht mehr auf.

1500 Euro Geldstrafe

Fest steht: Es gab ein Gerangel. Zwar ohne Verletzungen für die Polizeifahnder, doch die Staatsanwaltschaft bezeichnet es als Widerstand. "Das räumt mein Mandant ein", ließ dessen Verteidiger anklingen. Allerdings wolle der 34-Jährige nicht sagen, um was es sich beim Inhalt des Tütchens handelte. Wegen des Widerstands gegen Polizeibeamte wurde der Mann, trotz einer Reihe von Vorstrafen, zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt.

Nach dem Gerangel in der Wohnung hatten die Beamten sofort gehandelt. "Wenn er zehn Gramm Heroin verschluckt hat, besteht Lebensgefahr", mutmaßten sie und holten einen Notarzt. Der veranlasste die Einlieferung ins Krankenhaus. "Als wir in der Klinik eintrafen, kam er uns fröhlich pfeifend am Ausgang entgegen", sagte ein Beamte. Kann sein, dass er demnächst nicht mehr fröhlich ist. In Regensburg sollen Ermittlungen wegen eines Verbrechens gegen ihn laufen.

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