01.02.2018 - 11:42 Uhr

37-Jähriger soll sechs Monate hinter Gitter Autohändler als Schwarzfahrer

Der Mann ist Autohändler. Einen Führerschein hat er nicht. Dafür aber eine längere Vorstrafenliste wegen Schwarzfahrens und Kennzeichenmissbrauchs. Jetzt soll der 37-jährige Familienvater zum ersten Mal hinter Gitter.

Foto: Peter Steffen/dpa
von Autor HWOProfil

Nicht nur der Richter fragte sich: "Wie passt das denn zusammen?" Ein Autohändler aus dem Kreis Schwandorf, der keine Fahrerlaubnis hat und "mit seinen Kunden nicht einmal zu einer Probetour aufbrechen kann". Der Familienvater hat die Schuld in bisherigen Verfahren wiederholt auf andere geschoben. Zum Beispiel auf einen Mann, der ihm angeblich empfahl, an nicht versicherten Fahrzeugen Kennzeichen aus Spanien anzubringen.

Spanische Kennzeichen

Diese Nummernschilder von der iberischen Halbinsel spielten nun die Hauptrolle in einem neuerlichen Prozess gegen den 37-Jährigen. Schon einmal war er aufgeflogen, als ihn Polizisten stoppten und die spanischen Tafeln als nicht zum Auto passend entlarvten. An einem Oktobertag im Jahr 2016 kam der Autohändler abermals mit spanischen Kennzeichen daher. Diesmal auf der A6 bei Illschwang. Das Besondere diesmal: Die vordere Nummerntafel war eine andere als die hintere. Eine Fahrt also unter dem Motto: Augen zu und durch.

Der Amberger Amtsrichter Markus Sand listete auf: Seit Jahren ohne Führerschein unterwegs, permanenter Kennzeichenmissbrauch und damit einhergehend Urkundenfälschungen. "Ihnen ist das offensichtlich egal. Ihnen ist auch völlig gleichgültig, was die Gerichte sagen", rügte Richter Sand und fügte hinzu: "Es ist zu befürchten, dass Sie so weitermachen."

Staatsanwältin Christine Apfelbacher erinnerte in ihrem Plädoyer daran, dass der Fahrzeughändler unter Bewährung stand, als man ihn bei Illschwang auf der Autobahn aus dem Verkehr zog. Sie beantragte acht Monate Haft und fügte ausdrücklich hinzu: "Diesmal zum Absitzen." Auch wenn es sich um einen Familienvater mit zahlreichen Kindern handele.

Sechs Monate Haft

Verteidiger Jürgen Mühl erbat "eine allerletzte Chance" für seinen Mandanten. Doch die verwehrte ihm Richter Sand. Er sperrte den Mann aus den Kreis Schwandorf sechs Monate lang ein und setzte hinzu, dass er für weitere zwei Jahre keinen Antrag auf Erlangung einer Fahrerlaubnis stellen darf. Ob er selbst dann von den Behörden jemals einen Führerschein kriegt, bleibt fragwürdig.

Für den Gebrauchtwagenhändler könnte das Urteil nun fatale und existenzgefährdende Folgen haben. Denn aus einer früheren Ahndung in Schwandorf sind noch sieben Monate offen. Die dafür gewährte Bewährung könnte jetzt widerrufen werden. Doch nun soll Anwalt Mühl erst einmal Berufung zum Landgericht Amberg einlegen. Ob man dort anders entscheidet, ist angesichts vieler einschlägiger Vorstrafen zweifelhaft.

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