07.09.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

38 Jugendliche aus 15 Nationen bei Ferienakademie Vorbilder treffen Vorbilder

Schon in der Woche vor Schulbeginn ist das Max-Reger-Gymnasium wieder mit Leben gefüllt. An der Vorbilderakademie des Zentrums für Begabungsförderung in Deutschland nehmen derzeit 38 Jugendliche aus 15 Nationen teil.

Am Dienstag schauten die Jugendlichen den Studenten vom Running Snail Team der OTH über die Schulter. Bild: exb
von Redaktion OnetzProfil

Viktor Böhler, angehender Förderschullehrer, leitet das siebenköpfige Team, das aus Studenten verschiedenster Fachrichtungen besteht. Als Ziele des Projekts nennt er die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und die Vermittlung von Orientierungs- und Fachwissen. Dazu hat er beispielsweise einen Besuch an der OTH in Amberg arrangiert, bei dem die Teilnehmer Einblicke in technische Studiengänge erhalten haben. Das Angebot richtet sich an Heranwachsende mit Migrationshintergrund, die gute Leistungen in der Schule erbringen, schnell die deutsche Sprache gelernt haben und somit eine Vorbildfunktion für Gleichaltrige haben. Auch der familiäre Hintergrund und sein Engagement im außerschulischen Bereich können ausschlaggebend dafür sein, ob ein Schüler teilnehmen darf.

Nach der ersten Wochenhälfte zieht Böhler Bilanz: "Wir sind positiv überrascht. Vor allem wie weit die Jugendlichen sprachlich schon sind, beeindruckt uns." Allein die Tatsache, dass sie freiwillig in den Ferien da sind, beweise die Motivation der Truppe. Dankbar zeigt sich der Teamleiter darüber, die Räume des Max-Reger-Gymnasiums nutzen zu können. Die Schule ist mit Internat, zwei Turnhallen und vielen Klassenzimmern optimal geeignet, um Gäste zu beherbergen und zahlreiche Kurse und Workshops anzubieten.

Jeden Tag bekommt die Akademie Besuch von Persönlichkeiten, die den Schülern als Vorbilder dienen sollen. Neben jungen Leuten, die derzeit studieren oder sich in Ausbildung befinden, kam am Montag der Sozialunternehmer Reza Solhi vorbei, um zu zeigen, dass ein Migrationshintergrund kein Hindernis für einen beruflichen Durchbruch darstellen muss. Alle Abende stehen unter einem anderen Thema. Beim Abend der Kultur haben die Jugendlichen beispielsweise gemeinsam typische Gerichte ihrer Herkunftsländer gekocht. Drei Teilnehmerinnen haben sich am Mittwoch für den Schminkworkshop entschieden. Gegenseitig bemalen sie ihre Gesichter mit Theaterschminke. An der Akademie teilzunehmen, wurde den Mädchen von ihren Lehrern vorgeschlagen. Karina aus Litauen berichtet von ihren Erfahrungen: "Mir gefällt hier alles. Die Leute sind sehr freundlich."

Auch Beyza zeigt großes Interesse an den Themen. Besonders der Workshop Kulturwissenschaft habe sie angesprochen. "Ich philosophiere ganz gerne", erzählt die 16-Jährige, die ihre Wurzeln in der Türkei hat. Mit 14 Jahren ist sich Jasmin, deren Mutter aus der Slowakei kommt, bereits sicher, was sie einmal studieren möchte: Internationale Beziehungen. Alle drei sind davon überzeugt, dass sie etwas aus ihrem Leben machen möchten. Bald schon werden sie dann als Vorbilder für weitere Jugendliche, nicht nur mit Migrationshintergrund, dienen können.

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