28.02.2018 - 15:10 Uhr

Aktionswoche will Vorurteile abbauen Rassismus ohne Heimat

Auf breiten Beinen steht es, das Bündnis für Migration und Integration. Doch erreichen die vielen dort engagierten Menschen auch die Mitte der Gesellschaft? Die internationale Woche gegen Rassismus will hier mögliche Lücken schließen.

Die Protagonisten der Wochen gegen Rassismus auf einem Bild. Sie alle wollen erreichen, dass unsere Welt ein bisschen toleranter und weniger rassistisch wird. Von links: Hans Bauer, Tobias Berz, Christina Gerl, Carsten Jakimowicz, Andrea Rausch, Ulrike Zimmermann, Astrid Knab, Sylvia Benjamin und Reinhard Böttcher. Bild: Stephan Huber
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Von 9. bis 26. März bietet in Stadt und Landkreis eine ganze Reihe von Veranstaltungen die Möglichkeit, ganz unbefangen an das Thema Migration heranzugehen. Das Spektrum reicht vom Trommelworkshop über das gemeinsame Feiern bis hin zum Vortrag über die bedrängte Situation der Christen und anderer religiösen Minderheiten im Orient.

"Ziel soll es sein, nicht in unserem Süppchen weiterzukochen", sagt Carsten Jakimowicz, der Stadt- und Kreisbeauftragte des an der Aktion federführend beteiligten Malteser-Hilfsdienstes. "Die Leute sollen am Ende sagen: Irgendwie hat es auch mit mir zu tun." Der ehemalige Sprecher des Bündnisses, Pfarrer Reinhard Böttcher, präzisiert: "Wir wollen auch ein gesellschafts- und kulturpolitisches Zeichen setzen gegen das rassistische Gewabere."

"An oder aus - ein bisschen Menschenwürde gibt es nicht", ist die Reihe überschrieben, die ihren Ursprung im Massaker von Sharpeville hat, bei dem am 21. März 1960 im südafrikanischen Johannesburg 60 demonstrierende Schwarze von der Polizei erschossen worden sind. Sechs Jahre später riefen die Vereinten Nationen diesen 21. März, zum "Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung", die Basis der Wochen gegen Rassismus.

Seit drei Jahren

In der Region wird diese seit drei Jahren aktiv mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen begangen. Vielfach dienen sie einfach nur der Begegnung, um sich ganz unbefangen beschnuppern und eventuelle Vorurteile abbauen zu können. Teilweise bieten sie aber auch einen tieferen Einblick in eine uns oft fremde Welt. "Unser Ziel ist es, Leute zu erreichen, die nachdenklich sind", formuliert das Reinhard Böttcher sehr treffsicher. "Die eisenbereiften Rechtsradikalen erreichen wir dadurch natürlich nicht."

Denn allzu oft, so schildert es Sylvia Benjamin von der Caritas, treffe sie bei solchen Gelegenheiten doch die immergleichen Leute. Dabei sei die Vielfalt doch so wichtig. Oder wie es Ulrike Zimmermann, die Bildungskoordinatorin des Landkreises Amberg-Sulzbach, sagt: "Die Gesellschaft muss bunt sein, damit sie funktioniert." Beteiligt an den Internationalen Wochen gegen Rassismus sind folgende Veranstalter: evangelisches und katholisches Bildungswerk, die Volkshochschule, die kommunale Jugendarbeit, das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, der Caritasverband und der Malteser Hilfsdienst. Die Broschüren mit dem Programm liegen im gesamten Stadt- und Kreisgebiet an den üblichen Stellen aus. Zusätzlich informieren die Facebook-Seite des Bündnisses für Migration und Integration sowie die Amberger Zeitung.

Das Programm der Internationalen Wochen

9. März, 19 Uhr. Jede Verbindung beginnt mit einem ersten Schritt.

Katholische Erwachsenenbildung, Amberg.

12. März, 18 bis 20 Uhr. Interkulturelles Erzählcafé.

Caritasverband Amberg.

14. März, 19 Uhr. Begegnungscafé.

Jugendzentrum Amberg.

16. März, 18 Uhr. Rhythmus verbindet - gemeinsam Trommeln, Singen, Tanzen.

Pfarrheim Hl. Familie Amberg.

19. März, 19 Uhr. Wanderausstellung "Gott liebt die Fremden" - Auftaktveranstaltung.

LCC Sulzbach-Rosenberg.

20. März, 19.30 Uhr. "Fronten. Kriminalroman" - Lesung mit Leonhard F. Seidl.

Literaturhaus Sulzbach-Rosenberg.

22. März, 19.30 Uhr. "Lesvos big problem, my friend" - Die Situation auf Lesbos und die No Border Kitchen.

Paulaner-Gemeindehaus, Amberg.

23. März, 16 bis 18 Uhr. Rassismus erkennen und bekämpfen.

LCC Sulzbach-Rosenberg.

24. März, 14 - 17 Uhr. Hand in Hand im Neuland.

Pfarrheim Hl. Familie, Amberg.

26. März, 19 Uhr. Christen und religiöse Minderheiten im Orient.

Katholische Erwachsenenbildung Amberg.

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