Amberg trauert um Stadtpfarrer Franz Meiler
Es ging ganz schnell

Beim Neujahrsempfang der Stadt Amberg im Januar 2017 strahlte Pfarrer Franz Meiler noch viel Lebensfreude aus. So kannte man ihn in der Stadt. Zusammen mit seinem trockenen Humor und seiner Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, machte ihn das zu einem der beliebtesten Geistlichen in Amberg. Bild: Hartl

Stadtpfarrer Franz Meiler ist tot. Er erlag in den frühen Morgenstunden des Dienstags im Klinikum St. Marien einer tückischen Krankheit, die ihn schon vor gut zwei Jahren heimgesucht hatte, zwischenzeitlich aber als überwunden galt. Vor etwa vier Wochen war sie überraschend und mit voller Wucht zurückgekehrt, wie Dekan Markus Brunner auf AZ-Nachfrage sagte. Seither hatte der 68-jährige Meiler viel Zeit im Krankenhaus verbracht. Die letzten beiden Wochen war er durchgehend im Klinikum gewesen.

In Meilers Pfarrei St. Martin sind die Dinge einstweilen so geregelt, dass Dekan Markus Brunner von der Diözese zum Pfarradministrator ernannt wurde, während Pfarrvikar Pater Augustin, der auch schon die Gottesdienste in den Kar- und Ostertagen hielt, die seelsorgerlichen und pastoralen Aufgaben übernimmt.

Das Requiem für Franz Meiler ist am Samstag, 22. April, um 10 Uhr in der Basilika St. Martin, anschließend erfolgt die Beisetzung in Vilseck, dem Heimatort des Priesters. Bereits am Freitag, 21 April, um 18 Uhr ist die Aussegnung mit nachfolgendem Sterberosenkranz in St. Martin.

Amberg verliert durch den Tod von Pfarrer Franz Meiler einen sehr beliebten Priester, der es stets verstand, den Gläubigen das Evangelium mit viel Herz und Humor nahezubringen. "Etwas Humor muss sein. Sonst hält man das Älterwerden ja nicht aus", bemerkte er einmal dazu. Diese Einstellung half ihm wohl auch über seine schwere Erkrankung hinweg, von der er ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag 2014 erfuhr.

Im Gedächtnis bleiben wird auch sein Draht zu Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt, der während des Studiums in Regensburg Meilers Dogmatik-Professor war. 1999 besuchte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation seinen ehemaligen Schüler in Amberg, wobei er sich vor allem für die Basilika St. Martin interessierte. Im Jahr 2015 zelebrierte Meiler mit dem emeritierten Papst in Rom eine private Messe.

Zur PersonFranz Meiler wurde am 5. November 1948 in Vilseck geboren. Dort besuchte er die Volksschule, ehe er 1962 auf die Handelsschule Amberg wechselte. Von 1965 bis zum Abitur 1970 war er an der Spätberufenenschule Fockenfeld. Anschließend studierte er Philosophie und Theologie an der Universität Regensburg (mit einem Abstecher nach Salzburg). Nach der Priesterweihe 1976 war Franz Meiler zunächst Kaplan in St. Elisabeth Weiden. Von 1979 bis 1988 wirkte er am Priesterseminar in Regensburg als Präfekt und Subregens. 1988 übernahm er das Amt des Pfarrers in St. Martin Amberg. Von 1996 bis 1999 war er zudem Dekan für das Dekanat Amberg, von 2003 bis 2010 Regionaldekan. 2004 wurde ihm der Titel Bischöflich Geistlicher Rat verliehen, seit 2006 durfte er sich auch päpstlicher Monsignore nennen. (ll)
2 Kommentare
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Irene Adams aus Vilseck | 18.04.2017 | 21:33  
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Hans Seegerer aus Kümmersbruck | 19.04.2017 | 21:18  
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