Amberger Bunt will fest installierte Radargeräte
Null Toleranz bei Stadtrundenfahrern

Wenn's nur so schön aussähe: Nächtliche Stadtrunden mit getunten Autos vorwiegend am Wochenende sind vielen Ambergern ein gewaltiger Dorn im Auge. Bild: Huber

Einerseits ein lokaler, jahrzehntealter Mythos, hört für viele Amberger bei den Stadtrundenfahrern schlagartig jeglicher Spaß auf. Die mit zwei Mandaten im Stadtrat vertretene Gruppierung Amberger Bunt geht nun in die Offensive. In einem Antrag an Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) fordert sie vier festinstallierte Radargeräte rund um den Altstadtring.

Alle Versuche, so die Argumentation, diese ebenso gefährliche wie Ruhe störende Unsitte einzudämmen, seien gescheitert. Der Antrag wird auf sieben reichlich bebilderten Seiten begründet. Die angeführten Fakten, schreibt Amberger Bunt, seien das Ergebnis eigener Beobachtungen. Demnach "konnten wir die neuralgischen Standorte für die Geschwindigkeitsüberschreitungen lokalisieren", um "diesem unsäglichen Treiben Einhalt" zu gebieten.

Stoppen wollen die Lokalpolitiker mit ihrer Forderung vorwiegend nächtliche Runden um den Altstadtring mit oft getunten und deshalb lauten Autos. An Ampeln nehmen sie nicht selten den Charakter von illegalen Beschleunigungsrennen an. Schwerpunktmäßig an den Wochenenden.

Dass hier oft Gesetze und Vorschriften übertreten werden, steht gemeinhin außer Frage. Amberger Bunt beruft sich auf die mit dieser Unsitte verbundene allgemeine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und von Fußgängern sowie den Ruhe störenden Charakter von derartigen Stadtrunden. Die Begründung fällt im Ton phasenweise hart aus. "Diese Verkehrsrowdys tyrannisieren in den Nachtstunden mit lautem Motorengetöse die Amberger Bürger", heißt es beispielsweise an einer Stelle. Zudem wollen die Antragsteller beobachtet haben, dass "die Rasereien nach wie vor zunehmen".

Das deckt sich aber nicht mit den aktuellen Erkenntnissen der Polizei. Dem Sprecher der Inspektion, Achim Kuchenbecker, ist nichts von vermehrten Beschwerden von Bürgern oder in diese Richtung gehenden internen Erkenntnissen bekannt. Der verhältnismäßig hohe Kontrolldruck dieses Klientels im überwiegenden Alter junger Erwachsener halte an. Amberger Bunt konstatiert hingegen "keine Besserung", obwohl die Beamten hie und da einschlägige Pkws aus dem Verkehr ziehen.

Diese Verkehrsrowdys tyrannisieren in den Nachtstunden mit lautem Motorengetöse die Amberger Bürger.Antrag Amberger Bunt
2 Kommentare
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tina rödy aus Amberg in der Oberpfalz | 19.10.2017 | 19:40  
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 21.10.2017 | 18:35  
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