18.04.2018 - 11:48 Uhr
Oberpfalz

Amberger Kultgaststätte wird umgebaut Wohnen im ehemaligen Visa

Die Amberger Stubn und danach das Vis-à-vis. Die legendären Tanztees mit Major Knockout und eine volle Bude bei Painful Toe. Das Haus in der Lederergasse hat wahrlich viel zu erzählen. Doch nun ist seine wilde Zeit als Kneipe vorbei. Es wird "seriös" - als ganz normales Wohnhaus.

Erst einmal ist hier ein Loch. Wenn die Archäologen mit der Befundung fertig sind, entsteht hier ein Neubau, der mit dem ehemaligen Vis-à-vis in der Lederergasse verbunden wird. Bilder: Wolfgang Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Generationen von jungen Leuten sind hier ein und aus gegangen. Über Jahrzehnte war die einstige Gaststätte und Weißbäckerei Paul Beck an der Ecke Lederer- und Schreinergasse der Treffpunkt der Amberger Jugend. Inklusive aller Probleme, die damit verbunden sind: Lärm, Dreck und Scherben. Doch das ist Vergangenheit. Seit einigen Monaten ist das Visa nun schon geschlossen, inzwischen hat der Umbau des Gebäudekomplexes begonnen.

Gekauft hat das Haus schon vor rund acht Jahren die Firma Bauart, die in Amberg unter anderem das Frank'sche Palais und das ehemalige Jesuitenseminar in der Seminargasse saniert hat. "Irgendwann muss man so ein Objekt einmal anfassen, weil es ja nicht besser wird", sagt Bauart-Geschäftsführer Wolfram Buegger. Anfassen, das bedeutet bei ihm eine hochwertige Sanierung, eine Umwandlung der ehemaligen Gaststätte in Wohnungen und der Anbau eines modernen Seitenflügels in der Schreinergasse.

Ehemaliges Mülleck

Apropos Schreinergasse: "Das ist ein ehemaliges Mülleck, das jetzt schön gemacht wird", schwärmt Buegger von der geplanten Erweiterung. Derzeit sind hier die Archäologen tätig, die im Altstadtbereich automatisch gerufen werden, wenn hier irgendwo aufgegraben wird. Die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege sei sehr gut gewesen, sagt Buegger, die mit dem Baureferat der Stadt sogar hervorragend.

"Die hatten tolle Ideen, wie wir die Wohnungen in den historischen Dachstuhl einbauen konnten." Mit dem Effekt, dass dieser Dachstuhl, der in weiten Teilen aus der Zeit um 1540 stammt, dafür kaum verändert werden muss. "Ich glaube, wir müssen insgesamt nur drei Balken durchsägen." Verbunden werden die beiden Baukörper durch einen großzügige Treppenhausturm. Was heute so leicht und gelungen aussieht, war aber Schwerarbeit. "Die Planungsphase hat sich über eineinhalb Jahre gezogen", sagt Buegger.

Zwölf Wohnungen

In Alt- und Neubau sollen insgesamt zwölf Wohnungen zwischen 30 und 115 Quadratmeter Größe entstehen, erläutert Bauleiter Bastian Wittl. Insgesamt werden so rund 900 Quadratmeter Wohnfläche in der Altstadt entstehen. Alle Wohnungen sind übrigens bereits verkauft, sie sollen nach Fertigstellung vermietet werden. "Wir müssen im Dezember fertig sein", gibt Buegger den ehrgeizigen Zeitplan vor. Das geht nur, weil Bauart inzwischen eine eigene Baufirma hat und interne Zimmerer beschäftigt. "Die ganzen Altbaugeschichten machen wir selbst." Nur für den Neubau wird ein externes Unternehmen engagiert.

Wichtig ist Wolfram Buegger, dass die Wohnungen, die hier entstehen, nicht nur sehr schön werden. Sie sind auch energieeffizient. "Das ist vor allem für den Mieter angenehm, der sich über niedrige Nebenkosten freuen kann."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.