26.02.2018 - 17:10 Uhr

Amberger Tafel reagiert auf Meldungen aus Essen Kein Gerangel an der Theke

Ganz und gar nicht glücklich ist Bernhard Saurenbach über die Meldungen aus Essen. Die Tafel dort gibt keine Lebensmittel mehr an Flüchtlinge aus, weil Einheimische immer mehr verdrängt worden sein sollen. "Bei uns ist das kein Thema", sagt er.

682 Haushalte aus der Stadt und dem Landkreis hat die Amberger Tafel als Kunden registriert.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Die Entscheidung der Essener Tafel hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Und sie bewegt auch die rund 90 Ehrenamtlichen, die bei der Tafel in Amberg jeden Dienstag und Freitag Lebensmittel an Bedürftige ausgeben. "Ich wundere mich schon", erklärt der Chef der Ausgabestelle in der Sulzbacher Straße 15a, Bernhard Saurenbach. In Amberg könne er weder feststellen, dass der Ausländeranteil aktuell exorbitant nach oben geschnellt sei, noch seien ihm Konfliktsituationen bei der Ausgabe bekannt.

"Die Amberger Tafel richtet sich eindeutig nach dem Leitbild der Tafeln in Deutschland. Konflikte zwischen Flüchtlingen und Einheimischen sind bei uns noch nie vorgekommen", betont Saurenbach. Vielleicht liegt das mit an der Tatsache, dass die Zahl der ausgegebenen Warenkörbe seit dem Jahr 2013 deutlich zurückgegangen ist, obwohl mehr Flüchtlinge die Tafel in Anspruch nehmen. 2017 waren es 26 500 Einzelausgaben, vier Jahre zuvor 30 500. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent. Möglicherweise trägt auch das Ausgabesystem zu einem reibungslosen Miteinander bei. In Amberg geben die ehrenamtlichen Helfer Nummern an die Bedürftigen aus, die eine bestimmte Ausgabezeit bedeuten. "So wissen wir, wer wann kommt und richten uns darauf ein", erklärt Saurenbach. "Flüchtlinge mit einem Aufenthaltsstatus haben den Nummernkreis von 701 bis 1000. Dadurch gibt es keine sprachlichen Probleme, da viele unter den Flüchtlingen als Dolmetscher helfen."

Die Situation in Amberg sei dank der Spender so, dass einheimische Kunden keinerlei Benachteiligungen erführen. "Wir stehen allen Menschen in Not bei, unabhängig von sozialer oder ethnischer Herkunft, Nationalität, Alter oder Religion", unterstreicht Saurenbach. "Wir möchten auch künftig all diejenigen unterstützen können, die unsere Hilfe benötigen." Angemerkt

Konflikte zwischen Flüchtlingen und Einheimischen sind bei uns noch nie vorgekommen.Bernhard Saurenbach, Vorsitzender Amberger Tafel
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