12.04.2018 - 19:24 Uhr
Oberpfalz

Amberger Tierheim muss in immer mehr Fällen helfen "Wir stoßen an unsere Grenzen"

Über 1150 Mitglieder, aber seit Jahren keinen 2. Vorsitzenden - dieser unerquickliche Zustand ist beim Tierschutzverein seit Mittwoch Geschichte.

Die geehrten langjährigen Mitglieder des Tierschutzvereins mit den nachgewählten Mitgliedern des Vorstands (von links): Elfriede Hellbach (seit 30 Jahren dabei), Alexandra Fauner (neue 2. Vorsitzende), Vorsitzende Sabine Falk, Werner Kursawe (neuer Beirat), Georg Lassonczyk (45 Jahre), stellvertretender Bürgermeister Peter Mauritz für die Gemeinde Edelsfeld (25 Jahre), Brigitte Bienek (30 Jahre), Bürgermeister Florian Junkes für den Markt Hohenburg (30 Jahre) und Sonja Diergarten (30 Jahre). Bild: Steinb
von Markus Müller Kontakt Profil

Der ursprüngliche stellvertretende Vorsitzende war bald nach der Neuwahl 2015 zurückgetreten. Seither war der Posten vakant. Bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch in der Alten Kaserne erhielt ihn Alexandra Fauner. Nach eigenen Angaben ist sie seit zwei Jahren Mitglied des Vereins und als Ehrenamtliche bei der Mäusefütterung aktiv. In die Funktion des Beirats wurde Werner Kursawe gewählt.

Immer mehr Großeinsätze

Steigende Zahlen können für einen Tierschutzverein auch Schattenseiten haben, wie Vorsitzende Sabine Falk in ihrem Rechenschaftsbericht deutlich machte. So sind die im Jahr 2017 aufgenommenen 658 Tiere ein Drittel mehr als im Jahr davor - und das verursacht zusätzliche Kosten. Heuer verzeichnet das Heim bereits 178 Tiere. "Das sind bis zum Jahresende hochgerechnet 700. Wir stoßen an unsere Grenzen, auch finanziell. Unser tägliches Geschäft wird immer mehr", bilanzierte Falk für die Aktivitäten jenseits der Folgen des illegalen Tiertransports. Auch Großeinsätze in der Region, bei denen man sich um Dutzende von Tieren kümmern müsse, würden immer mehr.

Kassenwartin Heike Übler benannte als die größten Ausgabeposten die Honorare für Tierärzte sowie Löhne und Gehälter der angestellten Mitarbeiter. Die Ausgaben pro Tier lägen in Amberg aber unter denen vergleichbarer Heime. "Wir sparen, wo wir können", sagte Heike Übler. Wenn bei Urlaub oder Krankheit der Beschäftigten aber nur durch das Einspringen von Vorstandsmitgliedern der ordnungsgemäße Betrieb aufrechtzuerhalten sei, gleiche das manchmal einer Gratwanderung. Ohne die Auszubildende verfüge man nur über 230 Mannstunden pro Woche. Sehr zeitintensiv seien vor allem die Vor- und Nachkontrollen sowie der Telefondienst im Tierheim.

70 000 Euro aus Erbschaft

Erfreut zeigte sich die Schatzmeisterin über die vielen Futterspenden und über eine ungewöhnliche außerplanmäßige Einnahme: 2017 fielen aus einer Erbschaft in der Münchner Region knapp 70 000 Euro an den Verein. Auch für die Bewältigung der Folgen des illegalen Tiertransports habe man viele zweckgebundene Spenden erhalten, etwa 25 000 Euro.

Mitgliedsjubilare des Tierschutzvereins

25 Jahre

Martin Kerle, Andrea König, Georg Lassonczyk, Judith Hafenbradl, Gemeinde Edelsfeld, Eva Koncella, Ilse Bauer, Tanja Birner, Elisabeth Großer-Wiesneth, Ingrid Terme, Katja Biller, Gaby Endres, Uta Reiff, Gerda Gerbig, Anja Neudecker, Ruth Marlinghaus, Annemarie Wagner, Elke Miksch.

30 Jahre

Markt Hohenburg, Gisela Hontrich, Franz Mitterberger, Brigitte Bienek, Adele Erb, Elfriede Hellbach, Gerda Eiber, Maria Zach, Dorothea Weith, Karl-Heinz Kaiser, Christine Rogenhofer, Regina Allwardt, Günter Skowronek, Barbara Hentze, Anja Krüger, Brunhilde Strobel, Sonja Diergarten, Heidemarie Sander.

35 Jahre

Doris Bogner, Camilla Wagner.

40 Jahre

Gerhard Schmidt, Henriette Blum, Lieselotte Wessendorf, Hermann Niebler, Kurt Seuß, Benno Platzek, Manfred Weiß, Anita Graf.

45 Jahre

Therese Göltner, Ingeborg Lindner, Christa Singer, Mira Brentrop.

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