02.05.2018 - 15:48 Uhr
Oberpfalz

Ambergerin Teil einer tragisch-komischen Doku-Serie Früher oder später

Der Film erinnert Sandra Hirsch ein bisschen an eine Mischung aus "Wer früher stirbt, ist länger tot" oder "Wie im Himmel" - nur dass die 38-Jährige selbst eine Rolle darin spielt und das Drehbuch vom Leben geschrieben wurde. Sandra Hirsch ist gebürtige Ambergerin und wuchs in Hohenkemnath auf. Jetzt ist sie Teil einer tragisch-komischen Doku-Serie mit dem Titel "Früher oder später".

Ein Jahr lang begleitete ein Film-Team die Ambergerin Sandra Hirsch, die in Schönsee Mit-Gründerin einer alternativen Lebensgemeinschaft war und dort mit Baby lebte. Bild: Zoe Schmederer
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Nach der Mittleren Reife ging sie zur Polizei und arbeitete sechs Jahre in diesem Beruf, zuletzt am Starnberger See, bevor sie ihr Leben komplett umkrempelte.

Bei einer Infoveranstaltung zur Nature-Community, eine andere Form der Lebensgemeinschaft, die in Schönsee beheimatet ist, lernte Sandra Hirsch hochschwanger die Regisseurin Pauline Roenneberg kennen. Diese fand ihre Geschichte spannend und die Ambergerin erklärte sich einverstanden, ein Jahr lang von einem Filmteam begleitet zu werden. Insbesondere der Umgang mit Kindern in der Gemeinschaft, der Weg der Metzgers-Tochter zur Tierkommunikation und der Aufbau der Gemeinschaft stehen thematisch in der Dokumentation im Vordergrund. Gezeigt wird unter anderem auch das Leben eines Paares, das neben einer Landwirtschaft ein Bestattungsunternehmen betreibt. Entstanden ist eine tragisch-komische Dokumentarserie mit dem Namen "Früher oder später" in vier Teilen. Sie machen die Absurdität des Lebens sichtbar, wenn Milchbauern bestatten und vegane Freidenker aufs katholische Land ziehen. Gesehen hat Sandra Hirsch den Film "mit Schweißausbrüchen" im Kino. "Es war großartig." Nicht nur, weil das erste Lebensjahr ihres Kindes komplett festgehalten ist, sondern weil die Regisseurin ihren Protagonisten "größten Respekt" entgegenbringt.

Am Sonntag, 6. Mai, feiert die bereits mehrfach für Preise nominierte Doku-Serie (vier Mal 30 Minuten) im Deutschen Theater in München beim DOKfest Premiere. Die Produktion von Wir-Film entstand in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, der Hochschule für Fernsehen und Film München, gefördert durch den Film-Fernseh-Fonds Bayern. Sandra Hirsch plant, den Film mit Einverständnis von Andreas Wörz auch im Amberger Ring-Theater zu zeigen. Die 38-Jährige hat die Nature Community übrigens in der Zwischenzeit verlassen - die Phase der Entscheidungsfindung wird im Film dargestellt, aber nicht aufgelöst. Künftig plant sie in Stuttgart ein Projekt, das sie "Fairy-Land - ein bisschen Bullerbü im Auenland" nennt. Es soll ein Ort der Begegnung von Menschen und Tieren werden.

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