Ambergs Entwicklungshilfeverein fördert 17 Vorhaben in armen Ländern
111 000 Euro neue Projekthilfe

Damit 20 Mädchen eines Internats in Burkina Faso nicht mehr im Staub auf dem Boden ihre Hausaufgaben machen müssen, bekommen sie einen Studierraum, den die Projekthilfe Dr. Luppa mit 8400 Euro unterstützt. Bild: hfz

Die Projekthilfe Dr. Luppa mag eine eher kleine Entwicklungshilfe-Organisation sein. Sie ist aber in einigen Teilen der Welt so bekannt, dass sie jedes Jahr ein dickes Paket an Unterstützungswünschen aus den armen Ländern bekommt. Heuer waren es 33 Anträge mit einem Kostenvolumen von einer halben Million Euro, die begutachtet wurden.

So viel Geld allerdings, um alle zu genehmigen, hat die Projekthilfe nicht. Dennoch konnte sie auch diesmal - wie fast jedes Jahr - 17 Vorhaben im Gesamtwert von über 110 000 Euro für 2017 bewilligen, was nach Auskunft von Vorsitzendem Dr. Ulrich Siebenbürger in etwa dem jährlichen Spendeneingang entspricht. Eines dieser Projekte, die sich von der Grundidee und der beantragten Hilfeleistung oft ähneln, liegt erneut in Burkina Faso.

Burkina Faso im Fokus

Diesem afrikanischen Land, eines der ärmsten auf dem Kontinent, widmet sich der Verein seit einigen Jahren kontinuierlich, weil er dort gute Verbindungen und verlässliche Kontakte aufbauen konnte. Besonders Frauen, zuletzt waren es von der Gesellschaft entrechtete Witwen, hat er in den Fokus genommen - immer mit dem Ziel, deren oft perspektivlose Lebenssituation zu verbessern.

Dazu soll auch das neue genehmigte Projekt mit einem Wert von 8400 Euro beitragen, das exemplarisch nicht nur für Burkina Faso, sondern häufig wiederkehrende, praktisch "typische" Hilfen aus Amberg steht. Es geht um den Bau eines kleinen Studier- oder Hausaufgabensaals für 20 Mädchen im Ort Thiou. Sie besuchen dort eine weiterführende Schule und sind in einem Internat untergebracht, das sich um sie kümmert. Und zwar in vielerlei Hinsicht: Hier wohnen sie nicht nur, sondern sind gleichzeitig geschützt. Denn die intelligenten Mädchen aus der nördlichen Region, die von einer einheimischen Stiftung ausgewählt werden - oft ihre einzige Chance, eine weiterführende Schule zu besuchen, die sich ihre Eltern meist nicht leisten können - kommen vom Land.

Ihre Heimatorte sind von Thiou weiter entfernt, so dass viele Schülerinnen gezwungen sind, gegebenenfalls bei Bekannten oder fremden Leuten im Ort als Untermieter unterzukommen. Ihre Gastgeber nutzen diese Situation nicht selten aus, berichtet die Internatsstiftung, sie spannen die Mädchen für alle möglichen Haus- und Feldarbeiten ein. So haben die 14- bis 17-Jährigen kaum Zeit, sich richtig auf den Unterricht zu konzentrieren, wenn sie den nicht sogar immer wieder schwänzen müssen, weil den Gasteltern die eigenen Belange wichtiger sind.

Internat soll unterstützen

Das große Ziel, die Schule zu schaffen, und damit später die Chance auf einen Beruf und ein besseres Leben zu haben, gerät für die Mädchen in den Hintergrund - in Gefahr. Dieses Schicksal will das Internat verhindern. In seinen Mauern müssen die Schülerinnen keine Frondienste leisten, sondern können sich nach dem Unterricht ihren Hausaufgaben, dem vertiefenden Lernen und dem Leben in der Gemeinschaft widmen.

Dafür könnte die Stiftung einen eigenen Studiersaal gebrauchen, wobei Lernraum wohl die treffendere Bezeichnung ist, weil er auf 20 Mädchen beschränkt ist und die Ausmaße eher einem Zimmer entsprechen. Aufbau und Ausstattung will die Projekthilfe Dr. Luppa nun finanzieren. 8400 Euro hat sie dafür bereitgestellt, wobei die Internatsstiftung selbst auch einen Eigenanteil leistet. Auch das ist dem Amberger Entwicklungshilfeverein wichtig: Dass die Partner vor Ort ebenso ihren Beitrag leisten und nicht einfach auf die (komplette) Hilfe von außen warten.
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