Angeklagter räumt im Mordprozess Schüsse ein
Neonazi und aggressiv

Amberg/Schwandorf. Er schweigt zwar noch immer, mag auch keine Fragen beantworten. Doch über seinen Verteidiger hat ein 45-Jähriger vor dem Amberger Schwurgericht am dritten Verhandlungstag einräumen lassen, dass er am 31. Mai letzten Jahres in Maxhütte-Haidhof (Kreis Schwandorf) mehrere Pistolenschüsse auf seine damalige Lebensgefährtin abfeuerte,

Die 59-Jährige starb noch am Tatort. Doch mit solch dramatischen Folgen will der Angeklagte nicht gerechnet haben. Die Tragweite, so Anwalt Martin Gelbricht, sei ihm erst bewusst geworden, als sich auf seiner Flucht mit dem Auto 15 Streifenwagen an seine Fersen hefteten.

Die Verfolgungsjagd zählte zu den umfangreichsten Einsätzen in der oberpfälzischen Nachkriegsgeschichte. 45 Kilometer weit führte sie von Neunburg vorm Wald bis nach Rötz und danach in die Nähe von Thanstein. Interessant dabei: In geschlossenen Ortschaften hielt der 45-Jährige das Tempolimit ein, dann drückte er wieder aufs Gaspedal. Schließlich geriet der Mann auf regennasser Straße ins Schleudern und überschlug sich mit dem Pkw. Als er weitgehend unverletzt überwältigt wurde, lag die aus Russland stammende Tatwaffe geladen und mit gespanntem Hahn unter ihm auf dem Fahrersitz.

Der mehrfach vorbestrafte Mann gehört offenbar dem politisch rechtsradikalen Lager an. Er fuhr einst mit einem militärischen Kübelwagen durch die südliche Oberpfalz, hatte bei seiner Festnahme eine Münze mit dem Bild Adolf Hitlers bei sich und trug zwei Ringe mit den verbotenen Emblemen der NSDAP an den Fingern. Eine Frau, mit der einst zwölf Jahre lang eine Beziehung unterhielt, bezeichnete ihn als "aggressiv und böse." Ausgelöst durch Unmengen von Alkohol. Der Prozess wird am 5. Juli fortgesetzt.
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