09.02.2018 - 14:52 Uhr

Anwohnerin von nicht weggeräumten Tierhinterlassenschaften bombardiert Haufenweise Hundekot vorm Schlafzimmerfenster

Es ist echt widerlich: Über 20 Hundehaufen vor der Haustür und unterm Schlafzimmerfenster! Bei so einer Schweinerei wird wohl jeder Amberger zum Tier. Eine Anwohnerin an der Mühlgasse erlebt das seit Wochen. Fast täglich kommt neuer Kot hinzu, der Spuk scheint kein Ende zu nehmen.

Mit grellrosa Farbe hat die Anwohnerin die Hundehaufen auf der Grünfläche zwischen Mühl- und Fronfestgasse angesprüht. Um auf sie aufmerksam zu machen und damit auch den oder die Verursacher wachzurütteln, dass ihre Verstöße gegen die Beseitigungspflicht erkannt sind. Außerdem kann es so nicht weitergehen, fordert die Frau im Angesicht von 22 allein bis Freitagmittag angesammelten Haufen, die so markiert besser ins Auge - und zumindest die frischen - in die Nase stechen. Bild: Steinbacher
von Thomas Amann Kontakt Profil

Tatsächlich reihte sich bis Freitagmittag auf der Grünfläche am Eck des Mehrfamilienhauses Haufen an Haufen. Das warf für die Frau neben dem Ärger zunächst die Frage auf, wer eigentlich für die Pflege des Grundstücks zuständig ist. Nach einer nur halbrichtigen Auskunft vom Ordnungsamt wandte sie sich an die AZ und hatte recht mit ihrer Einschätzung, wie die städtische Pressestelle bestätigte. Der Grasstreifen gehört nur zu zwei Dritteln auf der Seite der Gebäude den Wohnungseigentümergemeinschaften. Das weitere Drittel entlang des öffentlichen Gehwegs liegt auf städtischem Terrain. Allerdings gibt es laut Pressesprecherin Susanne Schwab seit 2002 eine Vereinbarung, dass die Pflege der gesamten Fläche die eingeschaltete Hausverwaltungsfirma übernimmt.

Nicht Hund ist das Schwein

Doch um die Frage, wer denn nun für die Entfernung der über 20 Hundehaufen zuständig ist, geht es der Anwohnerin nicht alleine. Sie hätte viel lieber, dass dieser Zustand endet, der sie seit Wochen immer wiederkehrend quält. Wer ist dafür verantwortlich? Eines ist für die Frau klar: Der Hund am allerwenigsten, schon eher das Herrchen oder Frauchen, das diese Verunreinigungen zulässt. O-Ton: "Nicht der Vierbeiner ist das Schwein, sondern der Mensch, der das macht." Trotz oder gerade wegen dieser deutlichen Worte will die Anwohnerin nicht namentlich genannt werden, weil sie sonst weitere mögliche "Angriffe" fürchtet, wenn ihr jemand übel will. Manch anderer würde das wohl längst glauben, weil die Schweinerei permanent an dieser Häuserzeile passiert. Doch so weit geht die Ambergerin gar nicht; sie vermutet keinen "Terrorakt" gegen sich oder andere Mitbewohner. Eher scheinen ihr hier ein oder zwei Hundebesitzer ausgesprochen sture Leute zu sein. Oder die "Esel" passen einfach nicht auf, lassen ihr Tier frei laufen und kriegen gar nicht mit, wo es hinmacht. Dass sich der Hund dafür stets die selbe Ecke aussucht, ist beispielsweise bei einem immer gleichen Gassiweg nicht ungewöhnlich.

Wegräumen Pflicht

Doch für die AZ-Nachbarin löst diese Erkenntnis das Problem nicht. Sie hat sich auch deshalb fast schon verzweifelt an die Redaktion gewandt und um Unterstützung gebeten. Vielleicht lässt sich der Hundehalter mit diesem Artikel wachrütteln, so die Hoffnung der Rentnerin. Wobei "wach" glatt wörtlich gelten könnte, denn die Verunreinigungen geschehen meistens am frühen Morgen, wenn der Zamperlbesitzer womöglich noch nicht richtig wach ist. Oder aber es liegt an der Dunkelheit, in der der Betreffende nicht sieht, was sein freilaufender Liebling "anrichtet".

In Ordnung ist es so oder so nicht, sagt die genervte Ambergerin, die nach eigener Auskunft selbst schon drei Hunde besaß und von daher Verständnis für Tiere hat. Aber jeder Halter müsse auch seiner Pflicht nachkommen, "gelegte Eier" zu beseitigen, fordert die Frau. Das ist in Amberg ein "Muss", zu dem eine Verordnung zwingt. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit Verwarnungs- oder Bußgeld geahndet werden kann - im wiederholten Fall, wie an der Mühlgasse - wohl eher schon mit Letzterem.

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