Aufregung bei den Golden Globes
Barbara Meier trägt nicht schwarz

Barbara Meier sorgt bei den Golden Globes mit ihrem Kleid für mächtig Aufsehen. (Foto: Kevin Sullivan/ZUMA Wire/dpa)

Statt bunten Kleidern war auf dem roten Teppich der Golden Globes fast durchweg eine Farbe zu sehen: Schwarz. Ein Zeichen des Protestes der #MeToo-Bewegung. Nur das Amberger Model Barbara Meier macht nicht mit.

Los Angeles/Amberg. Zur Verleihung der Golden Globes 2018 in Los Angeles erschienen weibliche wie männliche Stars in Schwarz. Sie wollten damit ein Zeichen gegen sexuelle Übergriffe setzen. Der Großteil der Promis machte mit. Eine der wenigen, die keine schwarze Robe trugen, war Barbara Meier (31). Sie entschied sich für ein buntes Blumenkleid. Auf ihrem Instagram-Account erklärte sie ausführlich ihre Entscheidung, nicht beim Protest der #MeToo-Bewegung mitzumachen.

"Viele Frauen werden heute im Zuge der Time's Up Bewegung auf dem Roten Teppich schwarz tragen. Ich finde diese Initiative im Allgemeinen super und extrem wichtig.

Trotzdem habe ich mich entscheiden, heute ein buntes Kleid zu tragen. Wenn wir wollen, dass heute die Golden Globes der starken Frauen sind, die für ihre Rechte kämpfen, ist es in meinen Augen der falsche Weg, sich nicht mehr körperbetont anzuziehen und uns die Freude am Ausdruck unserer Persönlichkeit durch Mode zu nehmen.

Wir haben uns diese Freiheit lange erkämpft, dass wir tragen können, was wir möchten und es auch in Ordnung ist, sich sexy zu kleiden. Wenn wir das einschränken, weil sich einige Männer nicht unter Kontrolle haben, ist das in meinen Augen ein Rückschritt. Wir sollten nicht schwarz tragen müssen, um ernstgenommen zu werden. Wir Frauen sollten strahlen, farbenfroh sein und funkeln. So wie es in unserer Natur liegt! Das symbolisiert in meinen Augen unsere Freiheit und neue Stärke. Um das aber dennoch nochmal klar zu sagen:

Viele schreckliche Dinge sind passiert und dürfen sich nie wieder wiederholen! Und wir sollten das immer wieder und direkt ansprechen und aufklären!"



Auf Facebook gab es Zustimmung - und noch mehr Kritik. "Selten hat ein Kleid so viel Empathielosigkeit symbolisiert. Dein Statement dazu habe ich nicht gelesen, weil es keine Rolle spielt. Hier ging es nicht um DICH, sondern um die Symbolik.", schreibt ein User. Oder: "Schade, dass sie nun so weit weg sind von den einfachen Menschen. Viele Frauen kämpfen einen leisen einsamen Kampf und könne Stärke finden, wenn Solidarität, wenn Einigkeit bekundet wird von Menschen, die durch ihre Prominenz auch die Welt verändern können."



Neben Meier hatten nur zwei weitere Frauen kein schwarzes Kleid an. Schauspielerin Blanca Blanco trug ein freizügiges rotes Samtkleid und Meher Tatna, die Präsidentin der Hollywood Foreign Press Association, hatte sich für ein rotes Ensemble entschieden. Sie hatte das Kleid gemeinsam mit ihrer Mutter ausgesucht und es beruhe auf ihrer indischen Herkunft, erklärte sie gegenüber "ET Online". "Wenn du eine Feier hast, trägst du nichts Schwarzes. Sie wäre entsetzt, wenn ich Schwarz geträgen hätte. Also ist das für meine Mutter", so Meher Tatna.

Völlig verrechnet - Angemerkt von Frank WernerDa hat sich die frühere Mathematik-Studentin Barbara Meier aber mächtig verrechnet. Ihr non-konformer Auftritt bei den Golden Globes hat der Ambergerin zwar jede Menge Aufmerksamkeit, mindestens aber genauso viel Empörung gebracht. Gut gemeint bedeutet eben nicht immer auch gut gemacht. Wortreich erklärt die 31-Jährige via Instagram die Wahl ihres Blumenkleides. „Wir haben uns diese Freiheit lange erkämpft, dass wir tragen können, was wir möchten und es auch in Ordnung ist, sich sexy zu kleiden.“

Andere Stars hatten die Aufforderung zum gemeinsamen schwarzen Outfit ganz anders verstanden als die Oberpfälzerin. Keineswegs als Gebot, sich nicht sexy zu kleiden, sondern als gemeinsame Aktion beider Geschlechter, um auf Machtmissbrauch und Unterdrückung von Frauen aufmerksam zu machen. Ein mächtiges Zeichen der Verbundenheit. Männer und Frauen fühlten sich nun „ermutigt, in einer breiten, schwarzen Reihe zusammenzustehen“, sagte zum Beispiel Schauspielerin Meryl Streep bei der Gala.

In den USA haben sich mehr als 300 prominente Schauspielerinnen und Filmproduzentinnen zur „Time’s Up“-Kampagne zusammengeschlossen. Ziel: praktische und finanzielle Hilfe für betroffene Frauen. „Babsi“ Meier hätte es gut zu Gesicht gestanden, in Los Angeles nicht den bunten Vogel zu spielen. Ein Titelbild weniger, dafür ein Stück Solidarität mehr – das wäre die bessere Botschaft aus der Oberpfalz gewesen.
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Ulla Britta Baumer aus Wiesau | 10.01.2018 | 21:15  
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