Baustelle in der Oberen Nabburger Straße geht weiter
"Die Straße stirbt immer mehr"

Heute geht die Kanalsanierung in der Oberen Nabburger Straße weiter. Eine Durchfahrt ist in den nächsten Wochen nicht mehr möglich. Bild: roa

Sieben Monate Vollsperrung, Baustelle, Lärm und Dreck: Die Anwohner und Einzelhändler in der Oberen Nabburger Straße haben bislang nur einen Teil der Kanalsanierung überstanden. Ab heute gehen die Arbeiten weiter - und dauern voraussichtlich bis Ende April. Alle Ladenbesitzer haben sich fest vorgenommen, durchzuhalten. Doch die Stimmung ist alles andere als zuversichtlich.

"Die Informationspolitik ist jetzt definitiv noch schlechter als letztes Jahr", kritisiert Patricia Pulkert von der Amann'schen Apotheke. "Die Kunden sehen die Halteverbotsschilder, fragen uns, wie der Verkehr laufen soll, aber wir haben keine Ahnung." Weder Eigentümer noch Mieter seien von der Stadt vorab informiert worden. Seit 21 Jahren betreibe Pulkert die Apotheke in der Oberen Nabburger Straße. "Wir haben hier schon viel mitgemacht." Jetzt hegt sie zumindest die Hoffnung, dass steter Druck einen zeitlich vernünftigen Ablauf der Baustelle sichere. "Mich ärgert es, dass schon wieder komplett gesperrt wird", sagt ihre Nachbarin Birgit Lischka von City-Friseur. Auch Erzsebet Linzenbold vom Brautmodengeschäft versteht nicht, warum zumindest eine teilweise Durchfahrt nicht möglich sein kann. Sie stellt die rhetorische Frage: "Wenn alle Geschäfte in dieser Straße schließen, ist das dann besser für die Stadt?" Gegenüber betreibt Irmgard Flierl einen Woll-Laden. Auch sie fühlt sich zu wenig eingebunden in die Planungen. Sie weiß beispielsweise nicht, ob sie heute ihre Garage nebenan nutzen kann oder wieder einen Anwohnerausweis beantragen muss - wie das letzte Mal. Der gilt allerdings wieder nur für vier Wochen. Dann muss ein neuer her. In der vergangenen Baustellenphase war ihr Mann deswegen drei Mal auf dem Amt. Drei Anträge, drei Tage Urlaub und trotzdem kein Parkplatz. Ihre Kunden würden ausbleiben. "Die trauen sich doch gar nicht mehr durch. Es gibt ja nicht einmal ein Hinweisschild, das Fußgänger durchkommen." Ihre Nachbarin und Freundin, Sunnee Hermann, Inhaberin der Thai-Massage, kommt dazu. "Es war so schlimm", pflichtet sie bei. "Man konnte nicht mal fünf Minuten parken, dann wurde man aufgeschrieben." Sogar der Postbote habe einen Strafzettel bekommen, weiß Flierl. Wenn sich die Situation der vergangenen Baustellenphase wiederhole, "muss ich zusperren", sagt Hermann.

Vincenco Curcio, Betreiber der Pizzeria Piccolo Mondo, wäre schon zufrieden damit, wenn das Parken ab 17 Uhr und am Wochenende erlaubt werden würde. Ein Vorstoß in Richtung Stadtverwaltung sei bislang ergebnislos geblieben. "Wie soll ich das überleben?", möchte der 61-Jährige wissen, der vergangenes Jahr drei Angestellten gekündigt hat. "Diese Straße stirbt immer mehr." (Angemerkt)

So läuft die Bauphase abAm Mittwoch wurde die Baustelle eingerichtet, so dass am Donnerstag pünktlich mit den Arbeiten begonnen werden kann, die Kälte stört dabei nach Auskunft von Thomas Graml von der städtischen Pressestelle nicht. Bauphase III der Oberen Nabburger Straße startet. Erstellt werden Kanäle und Leitungen, was ungefähr vier bis fünf Wochen dauern wird. Deshalb ist die Straße zwischen Bahnhofstraße und Münzgässchen gesperrt.

Für Bauabschnitt V erfolgt die Sperrung von Hinter der Mauer bis zum Schanzgässchen, etwa auf Höhe der Anlieferung für die Brauerei Winkler. Die Dauer gibt Graml mit etwa drei Wochen an. Fehlt nur noch Bauphase IV. Diese beinhaltet den Umschluss der Kanalisation in der Bahnhofstraße. Drei bis vier Tage sind dafür eingeplant. "Da steht noch nicht fest, wann das gemacht wird, ob nach Abschnitt III oder erst nach Bauabschnitt V." (san)
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