21.03.2018 - 17:20 Uhr

Bei Whatsapp beleidigt: 1000 Euro Strafe für 19-Jährigen Wut auf den Vater

Nach nur 20 Minuten hatte Amtsrichterin Katrin Rieger ihr Urteil gefällt: 1000 Euro Strafe muss ein 19-jähriger Amberger zahlen, weil er seinen Vater und dessen Freundin auf dem Nachrichtendienst Whatsapp beleidigt hat.

Foto: Oliver Berg/dpa
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Vorausgegangen war ein Polizei-Besuch bei dem Angeklagten im November: Der Vater des 19-Jährigen hatte den Beamten mitgeteilt, dass sein Sohn Marihuana bei sich in der Wohnung anbaut. Der junge Mann war daraufhin so verärgert über das Verhalten seines Vaters, dass er sich dazu entschied, ihm und dessen Freundin eine Nachricht zu hinterlassen. Und die hatte es ganz schön in sich: Mit "ihr Pisser" und "ihr dummen Arschlöcher", machte er seiner Wut Luft. Drei Tage später schrieb er erneut "ihr Arschlöcher". Die Antwort kam postwendend: mit einer Anzeige gegen den Sohn.

"Und haben Sie auf diese Nachrichten eine Antwort bekommen?", fragte die Richterin eher ironisch den Angeklagten. Nein, die habe er in beiden Fällen nicht bekommen, erklärte er. Dennoch zeigte er sich geständig und räumte die Beleidigung ein. Da er keinen persönlichen Kontakt mit seinem Erzeuger und dessen Partnerin habe, habe er sich auch nicht für den Vorfall entschuldigen können, sagte er weiter. Bei dem Nachrichtendienst selbst habe er den beiden auch nicht mehr schreiben können, weil er geblockt wird.

Der Bericht der Jugendgerichtshilfe legte nahe, dass der 19-Jährige nach Jugendstrafrecht zu verurteilen sei. Konkret hieß es darin, dass die Tat in "jugendlichem Leichtsinn und Unreife geschah". Dem folgte auch die Staatsanwaltschaft, die eine Geldauflage von 1500 Euro für angemessen hielt. Schließlich blieb Richterin Rieger mit ihrem Urteil knapp darunter: Die zwei Whatsapp-Nachrichten kosten den Angeklagten 1000 Euro plus die Kosten des Verfahrens. Das Geld geht an eine soziale Einrichtung in Sulzbach-Rosenberg. Rieger hatte anschließend noch einen guten Rat für den jungen Mann, der noch auf das Verfahren wegen des Marihuana-Anbaus wartet: "Mit den Drogen hören'S besser auch auf." Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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