28.02.2018 - 15:48 Uhr

Bestattungsgebühren an der Vils viel höher als in Weiden und andernorts Ambergs teurer Tod

Von wegen Grabesruhe: Wenn in Weiden die Friedhofsgebühren steigen, dann gibt es darum im Stadtrat eine lebendige Debatte. Vor diesem Hintergrund hat "Der neue Tag" in der Nachbarstadt einen Vergleich zu anderen Städten gezogen - auch nach Amberg, wo das Sterben viel teurer ist.

Weinen und große Trauer sind in Amberg nicht ausgebrochen über die vergleichsweise hohen Friedhofs- und Bestattungsgebühren. Hier haben die Bürger offensichtlich Ursachen und Hintergründe für die hohen Kosten akzeptiert. In Weiden führt eine bereits seit Januar umgesetzte Gebührenanhebung zu Diskussionen bei den Stadträten. "Der neue Tag" hat deshalb einen Vergleich zu anderen Städten, auch nach Amberg, gezogen. Bild: Hartl
von Thomas Amann Kontakt Profil

Das ist an sich bekannt, allerdings lassen die beiden veröffentlichten Grafiken mit allen relevanten Kosten anderer Kommunen tatsächlich eine etwas morbide Stimmung und die Frage aufkommen, warum an der Vils die Gebühren so hoch sind.

"Begründet wird das von Pressesprecherin Susanne Schwab unter anderem damit, dass Amberg insgesamt fünf Friedhöfe unterhält, darunter mit dem Waldfriedhof in Raigering und dem Katharinenfriedhof zwei sehr große Gottesacker", hieß es zur Erläuterung im Bericht des Neuen Tags. Außerdem lege die Stadt die tatsächlichen Ausgaben um, weil die Finanzierung der Friedhöfe kostendeckend sein muss. Aber es gibt weitere Ursachen, die erst im vergangenen Jahr wieder im Blickpunkt standen, weil zum 1. September die Bestattungsgebühren um rund 30 Prozent erhöht wurden.

Stadtkämmerer Franz Mertel hatte das im Hauptausschuss neben der Zahl der Friedhöfe damit begründet, dass in den neun Jahren seit der letzten Steigerung Energiekosten und Gehälter der städtischen Mitarbeiter ordentlich nach oben gegangen seien. Auch nötige bauliche Maßnahmen wie Wegesanierungen im Dreifaltigkeits- und Katharinenfriedhof sowie die Sanierung des Gebäudes im Waldfriedhof und der Kauf eines Baggers hätten entsprechend zu Buche geschlagen. Hinzu komme, dass die Gebühreneinnahmen schwankten und obendrein nicht zu übersehen sei, "dass die Bestattungszahlen seit 2009 rückläufig sind - von 505 auf 437". Außerdem ziehen laut Mertel immer mehr Amberger die günstigere Feuer- der Erdbestattung vor. Und nicht weniger bedeutend, sei die Zahl der belegten Gräber von 9105 in 2009 auf 8820 (2016) gesunken. "Wir müssen einfach die fest vorhandenen Fixkosten auf immer weniger Beerdigungen aufteilen", umriss der Stadtkämmerer den Hintergrund für die deutliche Kostenanhebung.

Konkret bedeute das, dass beispielsweise die Beerdigung eines Erwachsenen statt zuvor 1112 Euro nun 1484 Euro kostet. Die Urnenbestattung steige von 469 auf 617 Euro. Auch die erforderlichen Bescheinigungen sind laut Mertel zum Teil erheblich teuerer geworden. "Das ist aber durch den enormen Aufwand auch gerechtfertigt", meinte der Kämmerer und erntete Verständnis bei Hauptausschuss und Stadtrat. Beide Gremien stimmten ohne große Debatten jeweils einhellig zu.

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