Betrugsvorwurf gegen 56-Jährigen bestätigt sich nicht
Viel Lärm um 247 Euro

Foto: Peter Steffen/dpa

Muss denn immer alles gleich vor Gericht landen? Bei einem Betrugsverdacht ist die Staatsanwaltschaft aber wenig gesprächsbereit. Diesmal jedoch endet ihre Anklage mit einem Freispruch für den Angeklagten.

Es ging um einen Gebrauchtwagen. Allerdings nicht um dessen fünfstelligen Kaufpreis, sondern vielmehr um eine sogenannte Garantieversicherung, die der aus Amberg stammende Käufer abgeschlossen hatte. Sie kostete 247 Euro.

Der Händler aus dem Landkreis hatte den Abschluss dieser Versicherung empfohlen und den Betrag auch mit vereinnahmt. Doch diese 247 Euro, das stand jetzt vor Amtsrichterin Julia Taubmann fest, waren nicht an die Assekuranz weitergeleitet worden. Danach ereignete sich Zweierlei: Die Gebrauchtwagenfirma rutschte in die Insolvenz und der Autokäufer hatte einen Schadensfall.

Strafbefehl für KfZ-Händler

Der 56-jährige Amberger, der den eher kleineren Makel an seinem Gebrauchtwagen später mit technischer Kenntnis selbst behob, erkundigte sich zunächst bei der ihm genannten Versicherungsgesellschaft. Dort erfuhr er: "Es hat nie eine Versicherung bestanden." Irgendwie erhielt die Staatsanwaltschaft davon Nachricht. Sie begann zu ermitteln, gelangte zu der Ansicht, da liege ein Betrug vor und beantragte beim Amtsgericht einen Strafbefehl gegen den in die Pleite gerutschten Kfz-Händler.

Doch die zuständige Richterin bestand auf einer mündlichen Verhandlung. Sie wollte sich in der Vernehmungen Klarheit verschaffen. Der ehemalige Unternehmer konnte sich jetzt an den Vorgang eher nicht erinnern. Er habe viele Autos verkauft, ließ er wissen und machte deutlich, dass im vorliegenden Fall nur ein Versehen durch ihn oder eventuell auch durch einen damaligen Bediensteten seiner Firma vorliege.

Keine Betrugsabsichten

Würde sein Unternehmen noch bestehen, wäre das Missverständnis zweifellos bei Vorsprache des Käufers sofort behoben worden. So wurde dann die Causa "Garantieversicherung" nach einer Stunde Verhandlungsdauer zu den Akten gelegt. Die Richterin stellte sich mit ihrem Freispruch an die Seite des Ex-Firmenchefs. Eine betrügerische Absicht des Mannes vermochte sie nicht zu erkennen. Eher schon eine unglückliche Fügung, die nun einmal in einem Unternehmen passieren könne. Und Schaden, so fügte sie hinzu, sei ja nicht eingetreten.
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