Blutspendedienst Amberg zieht Bilanz
3,6 Kubikmeter Lebenselexier

188 Milliliter sind schon im Beutel. Etwas mehr als 300 müssen noch rein. Bild: Hartl

Zu Weihnachten fließen die Spenden - auch in kleine Kunststoffbeutel. Wenn das Rote Kreuz zum Blutspenden einlädt, dann stehen die Leute Schlange. Die Bilanz für das Jahr 2016 fällt sehr positiv aus.

"Wir können sehr zufrieden sein", sagt der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, Gerd Geismann. Bis jetzt haben in diesem Jahr in der Stadt und im Landkreis 7249 Menschen Blut gespendet. 219 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einer Menge von 3,6 Kubikmetern. "Das ist eine schöne Entwicklung." Besonders freut sich Geismann, dass 580 Erstspender gewonnen werden konnten. Damit stehe der Kreisverband auch im bayernweiten Vergleich gut da.

Doch Blutreserven gibt es nie genug. Geismann erinnerte an Versorgungsengpässe, die auch heuer wieder aufgetreten seien. "Dass Blut etwas ganz Besonderes ist, wird schon dadurch deutlich, dass es in der Medizin bis jetzt noch nicht ersetzbar ist. Trotz neuer Technologien, neuer Behandlungsmethoden. Das Blut ist unverzichtbar." Erst im September sah sich der Blutspendedienst des BRK gezwungen, einen dramatischen Appell an die Öffentlichkeit zu richten. Wegen des heißen Spätsommerwetters hatte sich das Blutkonservenaufkommen um bis zu 20 Prozent verringert.

"Weil es gut tut"

Pro Tag werden in Bayern rund 2000 Blutspenden für Patienten gebraucht. Das weiß auch Irene Stauber aus Hirschau. Sie gehört zu der Sorte von Spendern, die das gesamte Jahreskontingent an möglichen Aderlässen ausschöpfen. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Innerhalb von 12 Monaten dürfen Frauen nur viermal, Männer sechsmal spenden. Jetzt hat sich Irene Stauber zum 64. Mal "anzapfen" lassen. "Ich mach das, weil es mir gut tut", sagt die Hirschauerin. Und weil sie natürlich Kranken und Verunglückten helfen will. Schließlich könne jeder in eine Notlage geraten, in der er auf Blutreserven angewiesen ist.

Stadtgeld und Kino-Eintritt

Mehr als 200 Leute aus der Region tun es ihr an diesem Tag gleich. Draußen am Gang, bei der Anmeldung, hat sich bereits eine lange Warteschlange gebildet. Für Elfriede Auer und Ursula Rähr vom BRK ist heute Großkampftag. Die beiden Frauen sorgen dafür, dass alles aufgebaut ist, wenn das medizinische Fachpersonal loslegt. Von 14 bis 20 Uhr herrscht im BRK-Zentrum am Amselweg ein Kommen und Gehen. "Zu Beginn und am Abend ist meistens besonders viel los", erzählt Auer. Wer schneller drankommen will, der sollte es gegen 16 Uhr versuchen. Das BRK versucht, das Blutspenden so attraktiv wie möglich zu gestalten. Auf die Spender warten ein kalt-warmes Büfett, ein Tisch mit kleinen Geschenken und seit Neuestem auch Gutscheine. Erstspender erhalten einmal freien Eintritt in das Cineplex-Kino. Wer vier Mal auf der Liege Platz genommen hat, bekommt zehn Euro Amberger Stadtgeld.

Auch wenn Geismann für heuer zufrieden ist - die Lage war auch schon mal erheblich besser. Für die 1980er Jahren verzeichnet die Statistik des BRK-Kreisverbandes regelmäßig mehr als 7000 Blutspender. Herausragend war das Jahr 1985. Damals ließen sich 9563 Menschen aus der Stadt und dem Landkreis Blut abnehmen.

Der nächste Blutspende-Termin im BRK-Zentrum am Amselweg in Amberg findet am Dienstag, 10. Januar, von 14 bis 20 Uhr statt. Eine Übersicht über alle weitere Termine in der Region gibt es hier: www.blutspendedienst.com
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