Brustkrebs-Erkennung am Klinikum St. Marien
Vorsorge noch präziser

Katrin Pröls (rechts) und Radiologin Dr. Gudrun Kramer bei der Arbeit. Am Klinikum St. Marien gibt es mit der Tomosynthese ein neues, innovatives Verfahren zur Erkennung von Brustkrebs. Bild: hfz

Mit 75 000 Neuerkrankungen pro Jahr zählt Brustkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Beim "Ratgeber Gesundheit" gab es jetzt Tipps und Ratschläge zur Vorbeugung. Und eine Neuigkeit aus dem Klinikum.

Das von Krankenkassen finanzierte Mammographie-Screening soll helfen, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen, zu behandeln und so die Heilungschancen zu verbessern. Doch wie genau funktioniert das Röntgenverfahren? Für wen ist es gedacht? Welche Vorteile bringt es und wie steht es mit den Nachteilen? Antworten auf diese Fragen gab es beim "Ratgeber Gesundheit".

Krebs früher entdecken

Referentin war Dr. Gudrun Kramer, Leitende Oberärztin des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie. Bei der Fragerunde stand auch Professor Dr. Volkher Engelbrecht, Chefarzt des Instituts, Rede und Antwort. Da Brustkrebs verstärkt in zunehmendem Alter auftritt, haben Krankenkassen ein Vorsorgeprogramm ins Leben gerufen, an dem Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre teilnehmen können. Das sogenannte Mammographie-Screening ist eine Reihenuntersuchung, bei der die Brust auf Auffälligkeiten hin unter die Lupe genommen wird. "Solche Auffälligkeiten können Verkalkungen sein, aus denen sich zu einem späteren Zeitpunkt, Tumore entwickeln", erklärte die Leitende Oberärztin und zeigte anhand von Studien, dass dank des Screenings Brustkrebs bei Frauen häufiger und früher entdeckt wird. Neben dem biologischen Alter ist für die Mediziner bei der Vorsorge vor allem das individuelle Krebsrisiko eines Patienten wichtig. Um dieses zu ermitteln, brauchen wir weitere Informationen: Gibt es in der Familie bereits jemanden, der an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt ist? Welche Dichte hat das Brustgewebe? Und was wissen wir über den Lebensstil? Erst danach mache es laut Dr. Kramer Sinn, die Untersuchungsform zu bestimmen. Die Tomosynthese ist ein neues, innovatives Verfahren am Klinikum St. Marien. Sie ist eine Weiterentwicklung der Mammographie und liefert dreidimensionale Bilder der Brust, die eine überlagerungsfreie Darstellung ermöglichen. Tumore und Verkalkungen lassen sich dadurch besser vom übrigen Gewebe abgrenzen. Da sich durch die Mammographie Brustkrebs zwar früh entdecken, aber nicht verhindern lässt, riet die Expertin dazu, selbst vorzubeugen: "Eine gesunde Lebensweise, wenig Stress, ausreichend Schlaf und Bewegung helfen dabei, das individuelle Brustkrebsrisiko zu senken."
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