Bürgermeisterinnen schlagen
Keine Macht den K.o.-Tropfen

Die Bürgermeisterinnen aus der Region machen beim Kampf gegen K.o.-Tropfen gemeinsame Sache. Nach dem Infostand starteten sie eine Kneipen-Tour, um vor den Gefahren zu warnen. Bild: e

Die Partei und der Rathaussessel spielen keine Rolle. Geht es darum, Gewalt gegen Frauen zu verurteilen und zu bekämpfen, halten die Bürgermeisterinnen aus der Region zusammen.

Amberg. (e) Im Wesentlichen ging es darum, vor der Gefahr zu warnen, die von K.o.-Tropfen ausgeht. Ein Thema, das auch die Männer betrifft, die sich im Gespräch nicht davon als Opfer sehen. Gleichwohl, sagte Kümmersbrucks 2. Bürgermeisterin Birgit Singer-Grimm bei der Zusammenkunft, sei das ein Trugschluss, denn nicht selten würden auch Männer betäubt und dann ausgeraubt

Das Thema sei zudem kein großstadtspezifisches, behauptete Ammerthals Bürgermeisterin Alexandra Sitter, denn am Infostand am Marktplatz hätten einige Passanten aus der Amberg-Sulzbacher Region berichtet, betroffen gewesen zu sein

Dabei sei der verabreichte Stoff nur relativ kurz nachweisbar. Es sei ratsam, schnell einen Arzt aufzusuchen. Denn das nicht zu tun, spiele den Tätern in die Karten. Wobei die Substanz im Blut noch rund sechs bis acht Stunden nach dem Konsum feststellbar sei, im Urin etwa zwölf Stunden lang. Vor diesem Hintergrund sei die Dunkelziffer sehr hoch. Die Mandatsträgerinnen verteilten auch viele Flyer, suchten abends mehrere Lokale in Amberg auf und betrieben so Aufklärungsarbeit.

Im Gespräch mit vielen Frauen machte man die Brisanz des Themas deutlich, an Toilettentüren wurden Aufkleber angebracht. Klar herausgestellt wurde bei den Wirtshausgesprächen, dass der Einsatz von K.o.- Tropfen eine schwerwiegende Straftat ist, die vom Gesetzgeber auch entschlossen verfolgt werden muss. Gute Aufklärung, das sei zwingend notwendig, denn der Grundstoff sei als Massenchemikalie relativ leicht aus dem Ausland über das Internet zu beziehen. Zwar seien die Kontrollen der deutschen Hersteller besser geworden, wirksam aber könne eine Kontrolle nur werden, wenn dies auch auf Europa-Ebene geschehe.
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