Bundeswehr tritt an zur Wallfahrt auf Ambergs Wahrzeichen
1100 Soldaten erobern Berg

Wenn die Wallfahrt auf den Mariahilfberg ruft, lassen sich die Soldaten nicht lange bitten. Rund 1100 Teilnehmer gingen mit im langen Pilgerzug, der von der Schweppermannkaserne über Feld und Flur zu Ambergs Wahrzeichen führte. Auch Zivilbeschäftigte der Bundeswehr, etliche Familienangehörige und und GIs der US-Armee waren dabei. Bild: Stephan Huber
 
Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Mitte) freute sich mit dem Arbeitskreis "Erasmus-Gymnasium hilft" und der Pfarrjugend Hl. Dreifaltigkeit über die erstmals verliehenen Don-Bosco-Ehren des BDKJ. Bild: gf

Die Soldatenwallfahrt auf den Mariahilfberg stellte heuer einen neuen Rekord auf: Sie zog rund 1100 Teilnehmer an, die von der Schweppermannkaserne aus über Feld und Flur betend und singend zum Bergfest pilgerten. Dort feierten sie Messe unter freiem Himmel.

Dabei waren die Soldaten aus allen Standorten der Panzerbrigade 12, der US-Armee aus der hiesigen Garnison, teils mit ihren Angehörigen, und etliche Zivilbeschäftigte der Bundeswehr nicht allein. Viele Bürger beteiligten sich an dem Gottesdienst vorm Freialtar und demonstrierten so ihre Solidarität mit dem Militär und seiner katholischen Seelsorge, die die Wallfahrt jedes Jahr veranstaltet. Heuer war neben den Kommandeuren Militärgeneralvikar Reinhold Bartmann aus Berlin prominentester Vertreter in Amberg. Er griff das Thema Vertrauen auf Gott, aber auch der Menschen untereinander auf. Gerade die Soldaten erlebten oft, wozu mangelndes Vertrauen führen kann. Umso mehr seien sie auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen, die ihnen vertraut, sie vor Gefahren beschützen zu können.

Statt Festpredigt Fress-Predigt

Von Thomas Amann

Es war fast ein Freud'scher Versprecher. Regionaldekan Ludwig Gradl kündigte bei der Abendandacht seiner Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit eine weitere "Berg-Fress-Predigt" an. Natürlich korrigierte er sich sofort ("-Festpredigt"), um dennoch für Schmunzeln bei den Zuhörern zu sorgen. Manchem kam nämlich - mit diesem Bild gut angefüttert - der Gedanke, dass eine solche Predigt mal auf den Tisch gehören würde. Eine, die sich deftig mit dem Thema (viel) Essen und Trinken am Bergfest befassen sollte.

Das hat nämlich aus kirchlicher Sicht seit langem für viele Besucher mehr Gewicht als die geistige Nahrung, die bei den Messen und Andachten vermittelt wird. Die ist Vollkost statt Diätkur, kommt aber vom Besuch her gerade an den Abenden im Vergleich zur proppenvollen Festzeltsause eher mager daher.

Das bleibt auch der Geistlichkeit nicht verborgen, die ruhig mal etwas vollmundiger über dieses Ungleichgewicht sprechen dürfte. Weihbischof Reinhard Pappenberger hat's bei der Eröffnung getan, indem er diese Entwicklung bedauerte. Und auch Pater Seraphin vom Franziskanerkloster meinte vorm offiziellen Auftakt zur AZ, dass eigentlich Glaube und Beten im Vordergrund stehen, "erst danach kommen Bier und Bratwurst - und nicht andersrum".

Er sagte das, obwohl das Kloster respektive die Kirchenverwaltung Mariahilfberg hier in einem Dilemma stecken. Denn sie sind die Veranstalter, die ja die Gestaltung des Ganzen in der Hand haben, aber ebenso wenig auf die dicken Einnahmen des Festbetriebs für den Unterhalt von Berg und Kirche verzichten können. Ein Zwiespalt fast wie bei Bulimie: Schluck ich's runter oder lass ich raus, was mich stört?

Letzterer Versuch wird immer lauter, auch wenn es natürlich jedermanns Sache bleibt, wie er es mit seinem Berg-Genuss halten will: Feiern am Festplatz oder vorm Freialtar? Unser Tipp: Beides geht zusammen, damit wir uns auch in Zukunft keine Berg-Fress-Strafpredigt anhören müssen oder gar auf eine höllische Diät gesetzt werden.

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