10.05.2017 - 08:43 Uhr
Oberpfalz

Der Amberger Stadtarchivar und sein beliebter Vilsgeist Paul Geschichtsstunde mit Paul

(ads)

„Ein launiger und kurzer Überblick über 975 Jahre Stadtgeschichte“, so lautete der Auftrag von der AZ-Redakteurin Cindy Michel an den Stadtarchivar Jörg Fischer im Jahr 200 9anlässlich des Jubiläums der Vilsstadt. Mit diesem Auftrag läutete die Geburtsstunde des Vilsgeists Paul, dessen Geschichten Jörg Fischer im Buch „Das verräterische Herz und andere Erzählungen von der Vils“ zu Papier gebracht hat.

Jörg Fischer hat mit seinem Vilsgeist einen Erfolg gelandet.
von Abenteuer FamilieProfil

Für den Stadtarchivar war ein Geist ein genialer Gewährsmann, um Geschichte in einer außergewöhnlichen Weise ungezwungen vermitteln zu können. Paul hat 1000 Jahre als Zeitzeuge überdauert und kann in einer unvoreingenommenen, pragmatischen Weise aus seinem langen Dasein berichten.
Dass er das Drumherum oft gar nicht kennt, deshalb vieles hinterfragt und daraus seine eigenen Schlüsse zieht, genau das macht ihn sehr sympathisch. „Ob der gute Paul letztendlich seinen Auftrag, nämlich ‚Geschichte’ mit Hilfe von Geschichten zu entstauben und in das 21. Jahrhundert hinüber zu retten, erfüllt, muss der Leser des Buchs selbst entscheiden", meint Jörg Fischer.

„Das Buch wird gerne gelesen“, weiß der Autor inzwischen. Denn Ende Oktober 2016 ist es auf den Markt gekommen - und bereits zu Weihnachten waren zwei Drittel der Auflage verkauft. Derzeit ist es vergriffen. Der Verleger Eckhard Bodner hat bei Fischer aufgrund des guten Absatzes bereits nach einem zweiten Band mit Geschichten des Vilsgeists Paul gefragt. Inzwischen hat der Stadtarchivar zugesagt und sich bereits an die Arbeit gemacht.

„Die Idee hinter den Geschichten des ersten und nun auch des zweiten Buches ist also grundsätzlich, ,harte Fakten’ über die Amberger Geschichte in einem neuen, spannenden Gewand zu präsentieren, dass auch diejenigen Leser zu fesseln vermag, die sonst mit Geschichte nichts am Hut haben“, lässt Jörg Fischer wissen.

Eine wahre Bereicherung für das Buch sind die Zeichnungen des Amberger Malers und Grafikers Marcus Trepesch, mit denen das Buch ausgezeichnet illustriert ist. Auffallend ist, dass Paul kein Gesicht hat, um dem Leser zu ermöglichen, alles mit seinen Augen zu sehen. Zudem sind die Zeichnungen in düsteren Farben gehalten und zeigen sich verwischt, schmutzig und gebraucht.

In dem Buch "Das verräterische Herz" finden sich sechs fesselnde Geschichten, die von einem heimtückischen Statthalter, mörderischen Söldnern und einem kriegsmüden Büchsenmacher, einem reiselustigen Prinzregenten und den Tücken der Kanalisation in Amberg handeln. Alle spielen sie sich rund um die Vils als Refugium des Vilsgeists ab.

Von amüsant bis makaber kommen diese Erzählungen daher, die vom Alltag der am Fluss lebenden Menschen handeln. Das Besondere an den Geschichten ist, dass sie auf die Folgen des menschlichen Handelns abzielen. Das Fazit von Paul am Endes des Buches: „Die Menschen haben aus den Fehlern ihrer Vergangenheit nichts gelernt, was aber unumgänglich ist, um die Zukunft besser zu gestalten“.

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