03.07.2017 - 11:20 Uhr
Oberpfalz

Der Raigeringer Markus Raum bringt seltene Exemplare vor die Linse Her mit den Kröten!

Immer mehr Tierarten sind vom Aussterben bedroht - diese weltweite Entwicklung macht auch vor der Oberpfalz nicht Halt. Umso bemerkenswerter sind die Entdeckungen, die Markus Raum im Landkreis Amberg-Sulzbach gemacht hat. Der Naturfreund aus Raigering hat nicht nur die äußerst selten gewordene Knoblauchskröte aufgespürt, sondern auch einen ganzen Weiher voll mit Laubfröschen.

Abends in den sumpfigen Wäldern kommen sie aus der Deckung: Laubfrösche, Gelbbauchunken und Knoblauchkröten - alle stehen sie auf der roten Liste. Markus Raum aus Raigering kennt ihre geheimen Rückzugsorte.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Ein solches Biotop ist einzigartig und dermaßen geschützt, "dass es nicht mehr strenger geht", erklärt der 38-Jährige. Deswegen verrät er auch nicht, wo sich das Refugium befindet. "Südöstlicher Landkreis" lässt sich Raum entlocken. Mehr nicht. Laubfrösche sind auf der Roten Liste in Bayern als stark gefährdet eingestuft. Wer ihren Lebensraum zerstört, muss mit saftigen Geldstrafen rechnen.

Besonderes Hörerlebnis

Am liebsten zieht Markus Raum los, wenn die Nacht hereinbricht. Oder umgekehrt, am frühen Morgen, bevor die Sonne aufgeht. "Dann gehört die Welt den Tieren. Kein Mensch quakt dazwischen." Beim Morgengesang des Laubfrosches wäre das fatal. Denn wenn er loslegt, gibt es ein Hörerlebnis der besonderen Art. Das gleichmäßig vorgetragene "epp, epp, epp..." einer ganzen Teichgemeinschaft schwillt zu einem regelrechten Schwirren an. "Schwer zu beschreiben", meint Raum. "Aber ein unvergleichliches Erlebnis, wenn man ein solches Froschkonzert bewusst wahrnimmt."

Der Laubfrosch ist nur etwa drei bis fünf Zentimeter groß. Sein Markenzeichen ist seine blattgrüne Farbe. Er liebt fischfreie, besonnte und vegetationsfreie Teiche und Tümpel. Wichtig ist, dass es am Ufer Stauden und Gehölze gibt, in die er sich zurückziehen kann.

Bewusstsein schärfen

Auch der sehr selten gewordene Konoblauchskröte ist Markus Raum auf seinen ausgedehnten Spaziergängen durch den Landkreis begegnet. Sie hat es im Landkreis besonders schwer, weil sie stehende oder träge fließende Gewässer zum Ablaichen braucht. Außerdem ist sie auf sandige Böden angewiesen, weil sie sich tagsüber gerne eingräbt. Die intensive Landwirtschaft lässt ihr da nicht viel Spielraum.

Markus Raum ist es ein Anliegen, auf die Schätze der Natur hinzuweisen, damit ein Bewusstsein für deren Schutzwürdigkeit entsteht. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass es bei uns noch Rückzugsräume für selten gewordene Tierarten gibt", sagt er. "Wir sollten mit dieser Erkenntnis verantwortungsvoll umgehen."

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