23.05.2017 - 16:12 Uhr
Oberpfalz

Dr. Ernst Stahl gibt Anregungen bei Tagung des Stadtmarketings: Handel im Online-Wandel

Die Belebung der Innenstadt ist möglich, wenn Einzelhändler an einem Strang ziehen. So lautet die Devise von Dr. Ernst Stahl von der Uni Regensburg, der auf Einladung des Stadtmarketingvereins zu Gast in Amberg war.

Sie suchen Wege, die Innenstadt zu beleben (von links): Dr. Ernst Stahl von der Universität Regensburg, Stadtmarketing-Geschäftsstellenleiterin Simone Schlage und Vereinsvorsitzender Thomas Eichenseher. Bild: dwi
von Dagmar WilliamsonProfil

Amberg. (dwi) Der Onlinehandel boomt, das Geschäft in der Innenstadt nicht. Leerstände häufen sich, wo einst ein Händler seine Waren, oft seit Jahrzehnten, an den Mann und die Frau brachte. Um Ideen zu bekommen, wie diesem Dilemma in Amberg entgegengewirkt werden kann, hatte Thomas Eichenseher, der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, einen Profi auf dem Gebiet der Digitalisierung der Finanzdienstleistungen und des Handels eingeladen.

Stahl arbeitet an der Universität Regensburg für das Institut ibi-Research, das sich unter anderem mit der Forschung und Weiterentwicklung des Handels beschäftigt. "Jeder, wirklich jeder Einzelhändler, muss im Internet vertreten sein", betonte der Fachmann. Und: "Das Internet ist kein Neuland mehr. Die Kunden erwarten Informationen über ihr Smartphone, während sie unterwegs sind." So führe kein Weg an der Online-Registration bei Google my Business vorbei, damit der Name überhaupt erst gefunden werden kann.

Der Kunde erwarte auch Aktualität und Nutzerfreundlichkeit einer Webseite. Außerdem möchte der Einkäufer laut Stahl wissen, wie viele Kosten auf ihn zukommen. "Unsere Handys funken ständig, ob wir es wollen oder nicht." So, erklärte er weiter, könne Google auch auswerten, wann welcher Ort am meisten frequentiert ist.

Es gebe bereits viele Apps, die es dem Händler ermöglichen, eine eigene Webseite zu erstellen. Diese sei aber teuer. Sie immer aktuell zu bearbeiten, sei zudem sehr zeitaufwendig. Eine Möglichkeit wäre, wie es zum Beispiel die Stadt Wuppertal macht, sich dem digitalen Förderpaket von Ebay anzuschließen. "Lokaler Marktplatz" nennt sich das Projekt. Die Benutzung für den Kunden sei leicht, da er bereits an die Plattform gewöhnt ist, die visuelle Darstellung von Fotos und Logos seien einheitlich. Die durchschnittliche Umsatzsteigerung der 70 Händler, die an diesem Projekt teilnehmen beträgt etwa 90 000 Euro, sagte Stahl. Um dies aber in einer Stadt mit der Größenordnung wie Amberg durchzusetzen, müssten alle Einzelhändler motiviert miteinander arbeiten, um gemeinsam einen solchen Online-Auftritt zu ermöglichen.

Neues vom Verein

Simone Schlage ist nun offiziell neue Geschäftsstellenleiterin (wir berichteten). Die Webseite wurde erfolgreich überarbeitet und zeigt jetzt zum Beispiel eine interaktive Karte mit allen 127 An- und Ausgabestellen des Amberger Stadtgeldes. Außerdem gibt es ab sofort die Möglichkeit, die Stadtmarketing-Newsletter zu abonnieren. Hier erfährt man Wissenswertes über aktuelle Projekte und Veranstaltungen. Interessierte können eine E-Mail an stadtmarketing[at]amberg[dot]de verfassen, um dabei zu sein. (dwi)

Das Internet ist kein Neuland mehr. Die Kunden erwarten Informationen über ihr Smartphone während sie unterwegs sind.Dr. Ernst Stahl von der Universität Regensburg

 

 

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