23.04.2018 - 17:24 Uhr
Oberpfalz

Drei junge Männer auf der Angeklagebank Prozess um Juwelier-Überfall

Ioannis Tsavaris und seine Frau sind ein in Amberg hoch angesehenes Unternehmerehepaar. Wie aus heiterem Himmel tritt für beide am 31. Juli vergangenen Jahres ein Ereignis ein, das sie zeitlebens begleiten wird: Der Uhrenhändler und seine Gattin werden überfallen.

Am Montag, 30. April, beginnt der Prozess gegen die Juwelen-Räuber in Amberg.
von Autor HOUProfil

Amberg. (hou) Drei Männer aus Kaunas in Litauen werden vom Montag, 30. April, an vor der Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts sitzen. Sie sind 36, 29 und 19 Jahre alt. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft reisten sie zusammen mit drei Landsleuten gezielt nach Österreich und Deutschland ein, um Raubverbrechen zu verüben.

Bedroht und geknebelt

Am 31. Juli kurz nach 10.30 Uhr betraten die drei jetzt unter Anklage stehenden Litauer das an der Unteren Nabburger Straße gelegene Juwelier- und Uhrengeschäft des damals 67-jährigen Ioannis Tsavaris. Was dann geschah, war von übler Machart. Einer der Täter zog eine sogenannte Softair-Pistole. Er forderte den allein anwesenden Geschäftsmann auf, ruhig zu sein und griff sich zwei auf dem Tisch vor Tsavaris liegende Damenarmbanduhren. Sie hatten einen Gesamtwert von über 35 000 Euro. In diesen Augenblicken eilte Evi Tsavaris, die Ehefrau des Verbrechensopfers, herbei. Sie wurde von den Räubern zu Boden gebracht, gefesselt und mit einem Klebeband über den Mund geknebelt. Die Gattin des Schmuckhändlers erlitt bei der Attacke erhebliche Verletzungen. Ioannis Tsavaris setzte sich zur Wehr. Dabei kam es zu einem heftigen Kampf zwischen ihm und den Verbrechern. Der Unternehmer bekam Faustschläge, wurde mit Pfefferspray traktiert und mit dem Kopf gegen die Tischplatte gestoßen. Auch er bekam Klebeband vor den Mund und wurde gefesselt.

Ein weiterer Versuch der Räuber, noch an andere teuere Uhren in der Auslage zu gelangen, scheiterte, Danach flüchteten die Männer, und es lief eine der größten Polizeifahndungen an, die es in Amberg jemals gab. Sie führte zum Erfolg. Zwei der Täter wurden in Bahnhofsnähe verhaftet, der dritte ging Fahndern bei Schmidmühlen ins Netz. Er wartete wohl auf einen Omnibus.

Fünf Prozesstage

Da sich einer der Angeklagten noch im Alter eines Heranwachsenden befindet, muss jetzt die Große Jugendstrafkammer unter Vorsitz von Landgerichtspräsident Harald Riedl den Fall verhandeln. Sie hat dafür vorläufig fünf Prozesstage angesetzt. Die Anklage lautet auf schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Die entwendeten Uhren konnten von der Polizei sichergestellt werden.

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Interview von Ioannis Tsavaris zum Überfall:

www.onetz.de/1771730

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