07.03.2018 - 14:56 Uhr

Eine Geschichte über Freundschaft beim Kindertheater-Festival Albin und Lila sind anders

Können Schweine Hühner lieben? Nun, auf dem Bauernhof von Friedrich Latzke funktioniert das blendend. Doch nicht immer herrschte Harmonie. Erst ein gemeinsames Erlebnis schweißt die Tiere zusammen.

Drama mit Happy End: Hühner und Schweine waren sich nicht sehr zugetan doch letztendlich sitzen Schwein Erwin und Hahn General zusammen im Matsch und Schwein Jolanthe lernt sogar fliegen. Bild: Steinbacher
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Bauer Latzke (Christian Kruse) erzählt am dritten Tag des Kindertheater-Festivals über die Geschehnisse auf seinem Bauernhof. Im Mittelpunkt steht das Huhn Lila, das einfach keine Eier mehr legen kann, und das weiße Schwein Albin, das ausgegrenzt wird, weil es anders aussieht. "Du musst doch krank sein", vermuten die Schweine. Albin und Lila treffen sich, als beide aus ihren Ställen verstoßen werden. Auf dem Misthaufen schließen sie Freundschaft - obwohl sie ja eigentlich ganz verschieden sind.

Vereint gegen Fuchs

Gemeinsam schaffen sie es, den Fuchs zu überlisten, so dass dieser sich nie wieder blicken lässt, und die Hühner auf ewig furchtlos leben können. Von diesem Tag an freunden sich auch die anderen Hühner und Schweine miteinander an.

Das ist genau die Message, die Christian Kruse aus Hannover rüberbringen will. Die Geschichte basiert auf einem Kinderbuch von Rafik Schami, mit Namen "Albin und Lila". In einem Team aus Technikern, Regisseur, Puppenbauern und dem Darsteller entstand das Schauspiel, das nun schon seit zehn Jahren vor Groß und Klein aufgeführt wird. "Für mich ist gutes Kindertheater auch erwachsenentauglich", sagt Kruse. Der ist als Erzähler und Puppenspieler gerne Teil der Handlung. "Sozusagen die Geschichte in der Geschichte. Ich stelle mir die Frage: Wer bin ich in der Geschichte? Dann erzähle ich sie aus dieser Position heraus." Er selbst kommt auch vom Bauernhof.

Puppen nach Maß

Auch wenn Albin und Lila eine One-Man-Show ist, so tauchen im Laufe des Spiels doch noch andere Charaktere auf, wie der stolze Gockel namens General, oder das Schwein Jolanthe mit der Fistelstimme. Etwa eineinhalb Jahre arbeitete das Team an der Inszenierung. Die Puppen hergestellt haben Claudia und Peter Röders von Fabula Filmpuppen, die auch schon für das Fernsehen zahlreiche Figuren gebaut haben (zum Beispiel Bernd das Brot). 25 000 bis 35 000 Euro kostet die gesamte Theaterproduktion

"Das Thema von Albin und Lila ist hochaktuell. Es geht um Integration, Toleranz und Qualitäten, die man auf den ersten Blick gar nicht erkennt", merkt Kruse an. Er hofft, nicht das letzte Mal in Amberg gespielt zu haben. Der Theaterschauspieler und Musiker ist ein Fan des Kindertheater-Festivals: "Kultur ist keine Kann-Leistung, sondern unglaublich wichtig für die Kinder." Wie schön, dass Kultur dann auch noch so Spaß macht wie den Kindern im Jugendzentrum. Denn die lieben Albin und Lila genauso, wie Schweine Hühner lieben können.

Kit für Kids

Das Kindertheater-Festival, kurz Kit, versammelt eine Woche lang die verschiedensten Schauspielkünstler aus ganz Deutschland in Amberg. Eine Jury aus zehn Kindern (Grundschule und Kindergarten) bewertet jeden Auftritt. Der Gewinner eröffnet das Festival im darauffolgenden Jahr.

Täglich gibt es drei Vorstellungen - vormittags für Schulen und Kindergärten, und am Nachmittag für die Öffentlichkeit. Heute im Programm: Der kleine Prinz, nach Antoine Saint-Exupéry. Ein Stück ab sechs Jahren des Figurentheaters Künster. Das Stück eignet sich besonders für Schulkinder von der ersten bis zur fünften Klasse.

Leider ist die Vorstellung für die Öffentlichkeit bereits ausverkauft. Weitere Informationen zum Festival-Programm und eine aktuelle Vorschau mit Kurzbeschreibung unter www.stadttheater.amberg.de. (anv)

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