Ellen Galles Hilfe kommt auf leisen Rädern
Mit 77 Jahren „noch mal in den Busch“

Ellen Galle im Rainbow Center, in dem sich Helfer um Straßen- und Waisenkinder kümmern: "Sie warten wieder sehnlichst auf mich und hoffen, dass sie Nahrungsmittel, Medikamente und Kleidung bekommen." Bild: hfz

Ellen Galle gibt nicht auf. Die Rollstuhlfahrerin, bald 77 Jahre alt, packt auch 2017 ihre Siebensachen und Spendengelder, um 8000 Kilometer weiter südöstlich am Indischen Ozean zu helfen. Die Ambergerin wird erneut ihren Teil dazu beitragen, die immer noch spürbaren Auswirkungen der Tsunami-Katastrophe von 2004 zu lindern.

"Noch kann ich das machen. Aber ich weiß nicht, wie oft noch", sagt Ellen Galle und fügt etwas nachdenklich hinzu: "Wenn ich fliege, bin ich ja schon 77." Abreisetag ist der 20. Januar. Bis 3. März wird die Frau, die seit ihrem 17. Lebensjahr an der unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose leidet, im ehemaligen Ceylon helfen, wo sie nur kann.

Bereits zum 29. Mal

"Ich fliege jetzt zum 29. Mal. Mal sehen, wo ich überall hinkomme." Zwar hat die Ambergerin einige Stationen bereits im Kopf, doch vor Ort ergeben sich oft Projekte, die ihr von Tissa, dem stellvertretenden Leiter des Hotels, in dem sie regelmäßig übernachtet, vorgeschlagen werden. "Er ist mein Dolmetscher. Wir haben, wenn ich in Deutschland bin, alle 14 Tage Kontakt." Wenn während des Jahres bei den Vorhaben, die Ellen Galle auf den Weg gebracht hat, Kleinigkeiten zu regeln oder zu kontrollieren sind, "dann macht er das". Er sieht auch nach den vier Pflegekindern von Elle Galle, die in Familien untergebracht sind: "So einen Kontakt vor Ort bracht man einfach."

Doch unabhängig von Tissas Plänen steht für die Ambergerin fest: "Ich werde auf jeden Fall noch mal in den Busch fahren." Soll heißen: Ellen Galle wird die Familie besuchen, der sie vor zwei Jahren eine Küche bauen ließ. Denn vorher saßen der Vater (seine Frau ist verstorben), sein behinderter Sohn (20) und die Tochter (14) zum Essen auf dem Boden. Der Anbau existiert zwar bereits, doch Ellen Galle will noch nicht aufhören: "Das Mädchen will unbedingt Lesen und Schreiben lernen." Weil es aber zu Hause gebraucht wird, während der Vater versucht, am Hafen Geld zu verdienen, ist das so nicht möglich. Galle will sich darum kümmern, dass ein- oder zweimal pro Woche ein Lehrer die 14-Jährige unterrichtet: "Das habe ich ihr versprochen."

Über 100 Straßenkinder

Wenn die Seniorin wieder auf Tour geht, wird sie erneut auf Spenden angewiesen sein, denn ihre Projekte will und wird sie weiterhin unterstützen. Zum Beispiel das Rainbow Center, wo bis zu 100 Straßenkinder versorgt werden. Galle: "Hier werden die Kinder geduscht. Sie bekommen ordentliche, saubere Kleider und täglich drei warme Mahlzeiten." Die meisten Schützlinge haben keine Geburtsurkunde, kennen ihr Alter nicht, sind ohne festen Wohnsitz und durften aus diesem Grund auch keine Schule besuchen. Im Center versucht man, ihnen wenigstens ein bisschen Schreiben und Lesen beizubringen.

Doch Ellen Galle hatte schon vor einem Jahr gute Nachrichten: Nach langen Verhandlungen mit Ministerium und Schulverwaltungen dürfe ein kleiner Teil der Kinder täglich in eine staatliche Schule gehen.

KontaktWer Ellen Galle (Telefon 8 46 29) unterstützen möchte und auf das Konto mit der Iban-Nummer DE21 752 900 00 00 00 09 97 16 bei der Volks- und Raiffeisenbank Amberg überweist, soll nicht nur "Sri Lanka" als Verwendungszweck angeben, sondern auch seine Anschrift. Ellen Galle würde gerne mit einem Dankesbrief und Spendennachweis antworten.
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