Er war undicht und stand im Weg
Jetzt ohne Brunnen

Am Morgen kam der Bagger und beseitigte den Brunnen vor der Spitalkirche. Ob es jemand gemerkt hat? Bild: Wolfgang Steinbacher

Geliebt hat ihn in Amberg kaum jemand. Und auch sein Verschwinden wäre wahrscheinlich unbemerkt geblieben, wenn die Bagger nicht angerückt wären. In den vergangenen Tagen wurde der Brunnen demontiert, der seit Jahrzehnten vor der Spitalkirche stand. Er steht den Veränderungen im Wege, die auf die Bahnhofstraße zukommen. Der Bau der Tiefgarageneinfahrt wirft seine Schatten voraus. Und vor dem Beginn der Erdarbeiten muss das Areal archäologisch untersucht werden.

Die Säule mit der Granitkugel obenauf war das dominierende Element des Spitalbrunnens. Doch ansonsten führte er ein beinahe vergessenes Dasein im Schatten der Kirche. Nun beseitigten ihn Mitarbeiter des städtischen Bauhofs. Allerdings kommen die Einzelteile nicht auf die Bauschuttdeponie, sondern werden eingelagert. "Außerdem war der Brunnen undicht", sagt die städtische Pressesprecherin Susanne Schwab. Das war auch der Grund, warum er in letzter Zeit trocken geblieben ist. Für eine Wiederverwendung müsste er also saniert werden.

Errichtet hat den Trinkwasserbrunnen übrigens 1978 im Zuge der Neugestaltung des Fußwegs entlang der Bahnhofstraße der Steinmetz Lorenz Stadelbauer aus Dolomitkalkstein. Die Brunnenstube befand sich in der Sakristei der Spitalkirche, die Baukosten lagen damals bei 50 000 D-Mark. Pro Saison benötigte der Brunnen, der immer mit frischem Trinkwasser gespeist wurde, rund 300 Kubikmeter Wasser.
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