Erste Nacht von Chanukka fällt auf Heiligabend
Letztes Weihnukka ist lange her

Zu Chanukka werden die Kerzen am Leuchter entzündet, bis schließlich alle acht Lichter brennen. Eine neunte Kerze wird als Diener bezeichnet, damit werden die anderen angezündet. Archivbild: Huber

Juden in aller Welt feiern Chanukka, ein achttägiges Lichterfest. Heuer fällt es auf Weihnachten, wenn Christen in aller Welt sich an die Geburt Jesu erinnern. Dass die erste Nacht von Chanukka und der Heilige Abend an einem Tag waren, gab es in den vergangenen 216 Jahren erst vier Mal - das letzte Mal liegt vier Jahrzehnte zurück.

Chanukka ist vor allem ein Fest, das im Familienkreis gefeiert wird. "Das ist eine schöne Zeit", sagt Rabbiner Elias Dray von der israelitischen Kultusgemeinde Amberg über das achttägige Lichterfest, das Juden in aller Welt feiern. "Ich habe schon viele schöne Chanukka-Feiern erlebt". Während Chanukka wird allabendlich nach Einbruch der Dunkelheit ein Licht an der Menora, dem jüdischen Leuchter, entzündet - bis schließlich alle acht Kerzen brennen. Traditionell übernehmen diese Aufgabe in den Familien die Väter und die Söhne. Der "Frau des Hauses" hingegen ist das Kerzenzünden zum Sabbat vorbehalten. Chanukka beginnt - wie alle jüdischen Feste - am Vorabend des eigentlichen Festes. Aus gutem Grund: "Wenn man am Himmel drei Sterne sieht, dann beginnt im Judentum der Tag", erklärt Elias Dray. Das Licht spielt eine große Rolle. "Licht ist nur sichtbar in der Dunkelheit", sagt der Rabbiner. "Jetzt beginnt die Zeit, in der es wieder heller wird, die Tage länger sind", erläutert er. "Das Licht kehrt zu uns zurück - in unsere Herzen." Die Kinder freuen sich immer ganz besonders auf Chanukka, denn zum Lichterfest gibt es für sie Geschenke, die größeren bekommen ihr Chanukka-Geld. "Auch das ist eine Tradition", sagt Elias Dray.

Gegessen wird vor allem das, was in Öl ausgebacken wurde: Donuts, Krapfen, Kartoffelpuffer. "Chanukka ist die Zeit, in der man zunimmt", scherzt der Rabbiner. Und da unterscheidet sich das jüdische Lichterfest so gar nicht vom christlichen Weihnachtsfest. Für ihre Mitglieder wird auch die israelitische Kultusgemeinde eine kleine Chanukka-Feier organisieren. Auch dabei werden die Lichter entzündet und süße Sachen gegessen. Aus Berlin reist eine Musikgruppe an. Sie singt Lieder, die besonders zu Chanukka beliebt sind.

Viele der in Amberg lebenden jüdischen Familien feiern nicht nur ihr Lichterfest, sondern auch Weihnachten. Heuer fällt die erste Nacht von Chanukka direkt mit dem Heiligen Abend zusammen: dieses Weihnukka gab es in den vergangenen 216 Jahren laut Elias Dray erst vier Mal, zuletzt vor vier Jahrzehnten.

Das LichterfestChanukka ist ein achttägiges Lichterfest. Jeden Tag wird nach Einbruch der Dunkelheit ein weiteres Licht entzündet - bis schließlich alle acht Kerzen brennen. Juden in aller Welt erinnern mit diesem Fest an ein Wunder, das sich 164 vor Christus bei der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem vollzogen haben soll: Geweihtes Öl, das eigentlich nur noch für einen Tag da gewesen wäre, reichte acht Tage lang. Und somit blieb genügend Zeit, neues Öl herzustellen, denn das Licht der Menora, des siebenarmigen Leuchters, durfte nicht ausgehen. (san)


Chanukka ist die Zeit, in der man zunimmt.Rabbiner Elias Dray
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