04.12.2017 - 18:06 Uhr
Oberpfalz

Erste Werte der Frequenzmessung am Amberger Marktplatz Weihnachtspaket aus Zahlen

Last Christmas schallt aus den Lautsprechern. Es duftet nach gebrannten Mandeln. Der Schneematsch platscht unter den Stiefeln. Dezember in Amberg - Hochbetrieb auf dem Marktplatz.

Oben am Rathausbalkon steht das Gerät zur Frequenzmessung, unten laufen die Passanten vorbei. Wer auf seinem Smartphone W-Lan empfängt, wird erfasst. Bild: Hartl
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Manche eilen zur Arbeit, andere sind vertieft in die Weihnachtseinkäufe. Und sie werden gezählt, die Passanten, die zwischen Rathaus und Krambrücke dahinschlendern. Ende September hat der Stadtmarketing-Verein auf dem Rathaus-Balkon ein Gerät installiert, das die Frequenz in Ambergs guter Stube misst. Nun liegen die ersten Zahlen vor - schön abzulesen am Andrang, der bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes am Donnerstag herrschte.

Sprung nach oben

Auf genau 9821 beziffert das System die Zahl der Personen, die in den ersten drei Stunden am Marktplatz unterwegs waren, nachdem die Buden geöffnet hatten, also zwischen 17 und 20 Uhr. Ein krasser Anstieg der Frequenz im Vergleich zu den Tagen davor. Am Mittwoch waren es im gleichen Zeitraum 5198 und am Dienstag sogar nur 2508. "Wir sind von den Ergebnissen positiv überrascht", zieht Simone Schlage vom Stadtmarketing-Verein nach den ersten Auswertungen Bilanz. "Das Projekt hat sich sehr gut entwickelt."

Die Initiatoren der Zählung interessieren vor allem diese Fragen: Wie viele Menschen sind an einem normalen Wochentag in der Altstadt unterwegs? Was bringen Veranstaltungen für das Leben der Innenstadt? Was passiert bei Sonnenschein oder Regen? Fundierte Vergleichswerte wird es erst nächstes Jahr geben. Dann lässt sich ziemlich genau analysieren, welcher Auftritt am Weihnachtsmarkt die meisten Besucher angelockt hat. Ob zum Beispiel die "Stimmen der Berge" ein größerer Publikumsmagnet sind als das Karaoke. Dass die Buden und das Programm rund um den Christbaum ein Frequenzbringer sind, lässt sich auch mit dem Vergleich der vergangenen Samstage eindrucksvoll belegen. Am Samstag 25. November erfasste die Zählmaschine über 24 Stunden hinweg 20 333 Menschen. Eine Woche später, am 2. Dezember, waren es bei vergleichbarer Wetterlage aber geöffnetem Weihnachtsmarkt fast dreimal so viele, nämlich 59 457.

Zweifel ausgeräumt

Natürlich haben sich bei den Machern auch die Skeptiker zu Wort gemeldet. Doch Schlage räumt die Bedenken mit Verweis auf das erprobte Hochrechnungsverfahren aus. Das Gerät am Rathausbalkon erfasst jedes Smartphone, das für den W-Lan-Empfang freigeschaltet ist. Hierzu gibt es belastbare Studien, die mit einem Wert X alle Menschen hinzurechnen, die ihr Handy ausgeschaltet haben oder gar keines bei sich tragen. Und was ist, wenn jemand mehrmals am Tag den Marktplatz passiert? Auch dafür gibt es eine Lösung. Das Messgerät merkt sich die MAC-Adresse, auch Netzwerkadresse, des Handys für sechs Stunden. Dadurch kommt es in dieser Zeitspanne nicht zu Doppelzählungen.

Das Thema Datenschutz scheint sich nicht zu einem Problem zu entwickeln. Schlage: "Wir haben erklärt, dass keine Daten abgefangen werden, sondern nur das verschlüsselte Signal des Smartphones. Am Ende des Tages wird diese Aufzeichnung wieder gelöscht."

Detaillierte Zahlen und Grafiken vom Stadtmarketing lesen Sie hier.

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