04.05.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Ex-Profisportler zu Gast am Gregor-Mendel-Gymnasium Holger Bauroth referiert über Doping

Der Leistungsdruck unter Sportlern ist groß - nicht nur bei Profis. Doping soll helfen. Doch das lohnt sich nicht, wie der ehemalige Skilangläufer Holger Bauroth selbst erlebt hat.

Der ehemalige Skilangläufer Holger Bauroth (links) macht Schülern klar: Doping lohnt sich nicht. Bild: esm
von Marion Espach Kontakt Profil

Der Ex-Profisportler weiß, wovon er spricht. "Nur weil ein Sportler Dope nimmt, gewinnt er nicht jeden Wettkampf", berichtete er den Schülern des Gregor-Mendel-Gymnasiums. Statt Medaillen können Unfruchtbarkeit, Abhängigkeit oder sogar der Tod der Preis sein.

Überall Doping

Er gab zu, selbst leistungssteigernde Substanzen genommen zu haben. "Vitamin-B-Komplexe und Glukose-Extrakte. Das waren harmlose und legale Präparate." Er hatte aber auch andere Fälle gesehen: Leistungs-Turnerinnen, gerade mal sechs Jahre alt, die mit verbotenen Substanzen vollgepumpt wurden. "Die steigern die Leistung und hemmen das Wachstum", erklärte Bauroth. Ein Schaden, der für immer bleibt.

Gedopt wird überall, wo Leistung gefragt ist - sogar in Schulen, Universitäten, am Arbeitsplatz. Denn Kaffee oder Koffein-Tabletten gehören ebenso zu Doping-Mitteln wie Anabolika oder Steroide. "Natürlich in abgeschwächter Form", räumte der Ex-Profisportler ein. Dennoch gehörte alles dazu, was die eigenen Möglichkeiten steigert.

Moral-Frage

Bauroth ist der Meinung, dass Menschen aus Ehrgeiz zu solchen Substanzen greifen. Selbst vor Verbotenem schrecken einige nicht zurück. Dabei seien Doping-Mittel wie Anabolika oder Steroide sinnlos, noch dazu, wenn man kein Hochleistungssportler sei. "Das kostet nur Geld und birgt kriminelle Energie", betonte er.

Die Entscheidung, leistungssteigernde Substanzen zu nehmen, liegt bei jedem selbst. "Ich habe damals aus moralischen Gründen aufgehört." Doch wenn es sowieso jeder macht, warum Doping nicht gesetzlich erlauben? "Nein", sagte Bauroth bestimmt. Sonst gebe es keine Grenzen mehr. Er zeigte er sich überzeugt: In jedem steckt das Potenzial, ohne Doping erfolgreich zu sein.

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