23.02.2018 - 11:58 Uhr

Facebook-Gruppe "Earngel hilft: Amberg" sucht Antworten und Kontakte "Schwarzes Brett" im Netz

Wo gibt es spontan Hilfe für den Umzug? Wie lässt sich ein Nachhilfelehrer für das Kind finden? Wer auf der Suche nach speziellen Dienstleistungen in der Umgebung ist, hat es manchmal schwer. Zwei Amberger Studenten haben bei Facebook mit "Earngel" ein "digitales Schwarzes Brett" ins Leben gerufen.

Sie suchen zum Beispiel einen Nachhilfelehrer? Mit der Facebookgruppe "Earngel hilft: Amberg", die von Michael Thiel und Jonas Vieracker ins Leben gerufen wurde, sollen die Menschen in der Region schnell Angebote auf ihre Gesuche im Netz finden. Bild: Christians/dpa
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

"Ich suche einen Nachhilfelehrer in Mathe und Physik für die 11. Klasse am Gymnasium. Ich wohne im Dreifaltigkeitsviertel und ich habe mittwochs ab 18 Uhr Zeit." So ähnlich könnte ein Posting auf der Facebook-Seite "Earngel" lauten. Hinter dem Projekt stecken Michael Thiel (24) und Jonas Vieracker (24), die gebürtig aus Amberg stammen. Seit Dezember gibt es die dazugehörige Gruppe "Earngel hilft: Amberg", in der Nutzer ihre Anliegen los werden und mögliche Dienstleister darauf reagieren können. Der Name setzt sich aus "earn" (Geld verdienen) und "angel" (Engel) zusammen.

"Wir machen es leichter, Hilfe zu bekommen oder danach zu fragen", erklärt Thiel, der Physik in Regensburg studiert hat, den Zweck der Plattform. Er schränkt aber auch ein: "Solange es um Dienstleistungen geht und nichts verkauft wird, ist man bei uns richtig. Andere Mitglieder machen direkt Angebote per Privatnachricht oder Kommentar." Die Idee ist, dass Suchende und Anbieter auf einer Plattform zusammenkommen. Dabei ist es erst einmal egal, was jemand benötigt: handwerkliche, kreative, juristische oder vielleicht auch caritative Hilfe. Damit die Angebote in der Umgebung angezeigt werden, haben sich mittlerweile bereits vier eigenständige Gruppen unter der Seite "Earngel" gegründet: in Amberg, Nürnberg, Erlangen und Regensburg.

In unter 30 Sekunden

Doch was unterscheidet Thiels und Vierackers Idee von den bisher bekannten Plattformen? "Wir wollen, dass der Suchende in weniger als 30 Sekunden eine Lösung oder einen Kontakt findet. Die bisherigen Formen sind zu umständlich." Außerdem gebe es bei ihrem Projekt keine Beschränkung auf eine Zielgruppe.

So sucht zum Beispiel das Bischöfliche Jugendamt in Regensburg Begleiter für eine Fahrt mit Kindern im Sommer nach Rom. Eine junge Frau fragt nach einem Tipp, wo sie ihre Steuererklärung machen lassen könnte. Die Gruppe, in der gepostet wird, ist geschlossen. Das heißt, Thiel und Vieracker entscheiden, wer mitmachen kann. Das hat vor allem einen Grund: "Sobald die Gruppe nur für Mitglieder ist, können User, die viel Spam posten, ausgeschlossen werden. Wir machen das, um die Qualität der Fragen und Angebote zu sichern."

Im Sommer eine App

Im Moment verdienen die beiden Studenten nichts mit "Earngel". "Gerade haben wir die Idee in die Welt getragen und sind dabei, die Plattform bekannt zu machen." Facebook fungiert daher auch noch als Spielwiese für "Earngel". Denn der eigentliche Plan ist, dass im Sommer eine App für das Smartphone entsteht. "Wer bei uns nach Hilfe fragt, wird auch nie etwas bezahlen", erklärt Thiel. "Wer allerdings eine Dienstleistung anbietet, der soll schon eines Tages eine Pauschale zahlen." Wichtig sei den beiden, dass sich in den kommenden Monaten zeigt, ob man die Idee auch im Netz gut findet - und ob sie auch genutzt wird. "Jetzt geht es darum, ein Netzwerk aufzubauen: vom Zauberer über den Reitlehrer bis hin zum Maler."

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