09.05.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Fachstellen für pflegende Angehörige stellen sich vor Hilfe für Helfende

Für ihre Lieben opfern sich pflegende Angehörige auf. Rund um die Uhr sind sie für Ehepartner, Vater oder Mutter da. Nun gibt es auch jemanden, der ihnen hilft.

Sie helfen den Helfern: Birgit Hübner, Susanne Frey und Alexandra Pirner (von links) besetzen die Fachstellen für pflegende Angehörige. Caritas-Geschäftsführer Günter Koller (Zweiter von rechts) sowie Carsten Jakimowicz, Stadt-und Kreisbeauftrager des Malteser-Hilfsdienstes, sind stolz auf das neue Angebot. Bild: esm
von Marion Espach Kontakt Profil

Die Fachstellen für pflegende Angehörige unterstützen Betroffene aus Stadt und Landkreis. Mit dem Malteserdienst Amberg, der Sozial-Caritas-Station Ensdorf und dem ökumenische Sozialstation Sulzbach-Rosenberg stehen ihnen professionelle Berater zur Seite. "Das gibt es zum ersten Mal", erklärt Caritas-Geschäftsführer Günter Koller.

Dazu gehören neben der Beratung auch Hausbesuche und Gruppenangebote. Nicht nur für Kranke, sondern auch für deren Angehörige. Denn die benötigen genauso Hilfe. "Nur wollen oder können viele keine Hilfe annehmen", bedauert Koller. Viele hätten das Gefühl, alles allein schaffen zu müssen. "Aber das müssen sie nicht. Wir wollen ihnen zeigen, dass wir für sie da sind."

Die Sulzbach-Rosenberger Sozialstation bietet jeden Dienstag und Mittwoch eine Gruppenstunde für Demenzkranke an. Spiele, Basteleien oder Singen holen sie aus ihrem Alltagstrott heraus. "Gleichzeitig entlasten wir die Angehörigen für ein paar Stunden", erläutert Fachkraft Alexandra Pirner. Währenddessen könnten sie sich Zeit für sich nehmen. "Viele vergessen, auf sich selbst zu achten."

Wer ein Familienmitglied pflegt, hat eine 24-Stunden-Aufgabe. "Davon kann man sich nur schwer distanzieren", ergänzt Koller. Doch statt Sorgen in sich hineinzufressen, können sie mit den Fachstellen darüber sprechen. "Vielen hilft es schon, sich einfach mal aussprechen zu können", weiß Pirner. Zum Angebot der Fachstellen gehören deshalb Gesprächsrunden für pflegende Angehörige. Manchen tut es gut, Gleichgesinnte zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Wem ein Vier-Augen-Gespräch lieber ist, kann sich jederzeit an eine der Beratungsstellen wenden. Angehörige sollen wissen, dass sie mit Problemen nicht allein sind. "Und was wir nicht wissen, finden wir für sie heraus", betont Birgit Hübner vom Malteserdienst Amberg.

Auch in Amberg gibt es einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige. Bisher sei die Runde klein, bedauert Hübner. Im Spätsommer soll das Demenz-Café "Malta" eröffnen. "Das kommt hoffentlich besser an." Denn, wie Koller betont: Niemand muss allein mit seiner Situation fertig werden. Hilfe gibt es bei der Fachstelle in Amberg unter 09621/49 33-50 oder unter www.malteser-amberg.de.

Das leisten die Fachstellen

In Deutschland gibt es rund 1,38 Millionen pflegende Angehörige. Die Pflege zu Hause ist braucht viel Zeit und kann an körperliche und seelische Grenzen bringen. "Umso wichtiger ist es, dass sie sich helfen lassen",betont Caritas-Geschäftsführer Günter Koller. Die Fachstellen für pflegende Angehörige bietet deshalb folgende Leistungen an:

Beratung zum Thema Pflege zu Hause

Beratung über Leistungen der Pflegeversicherung und Möglichkeiten der Pflegefinanzierung

Hilfe bei Anträgen

Hilfe, um den Pflegealltag zu bewältigen

Unterstützung beim Umgang mit Behörden

Beratung, wie Wohnungen pflegegerecht eingerichtet werden können und welche es Zuschüsse gibt

psychosoziale Beratung

ambulante Alten- und Krankenpflege

Tages- und Kurzzeitpflege. (esm)

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