02.05.2018 - 21:56 Uhr
Oberpfalz

Fahndungserfolg in Litauen Fall Tsavaris: Neue Verhaftung

Die Bombe platzte in einem Nebensatz: Offensichtlich sind zwei weitere Verdächtige zum in Amberg verhandelten Überfall auf ein Juweliergeschäft festgenommen. Es könnten die Rädelsführer sein.

von Autor HOUProfil

Drei Männer im Alter von 36, 29 und 19 Jahren sitzen vor der Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts. Sie haben laut bisheriger Beweisaufnahme das Juwelierehepaar Tsavaris überfallen und misshandelt. Neben ihnen tauchten in einer Anklageschrift drei weitere Namen auf. Dovydas S., Vitalijus M. und Vladimiras K. stehen im Verdacht, die drei Angeklagten nach Amberg gebracht zu haben. Die Annahme liegt nahe, dass sie zum Kopf der kriminellen Vereinigung zählten, die hinter dem Überfall steht.

Fest steht: Ende Juli 2017 reisten sechs Litauer über Polen und Tschechien nach Bayern. Sie übernachteten nicht, wie ursprünglich angenommen, in Arzberg, sondern in einer Pension im Kreis Neustadt/WN. Das bestätigten am Mittwoch die Inhaber des Beherbergungsbetriebs beim Prozess. Am 31. Juli überfielen drei von ihnen das Juweliergeschäft. Die Komplizen und allem Anschein nach die Anstifter warteten unterdessen in der Stadt. Sie türmten in einem Opel Zafira, wie man heute weiß. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen die Flüchtigen zwar im Januar vorläufig ein. Aber internationale Haftbefehle bestanden weiter. Man habe nun zwei dieser Leute festnehmen lassen, bestätigte Staatsanwältin Jennifer Jäger am Mittwoch auf Nachfrage einem Verteidiger.

Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier bestätigte diese Angabe. Vitalijus M. und Vladimiras K. seien in Litauen festgenommen worden. Einer von beiden sei bereits ausgeliefert und sitze in einer oberpfälzischen Haftanstalt. Der zweite wird in wenigen Tagen in Frankfurt deutschen Behörden überstellt. Die Jugendstrafkammer in Amberg will nun beide Männer in der kommenden Woche vernehmen.

Zwei der derzeit angeklagten Litauer sind nach Ansicht eines Sachverständigen drogensüchtig. Sie bräuchten eine Therapie, erklärte der Experte in der Verhandlung am Mittwoch. Doch die Erfolgsaussichten eines solchen Entzugs seien angesichts mangelnder Deutschkenntnisse verschwindend gering, verdeutlichte der Sachverständige weiter.

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