Firma eröffnet Insektenhotel: Rund 3000 Tiere bekommen eine neue Heimat
Wildbienen wohnen bei Lüdecke

Beim Einsetzen der Nistkästen helfen Lüdecke-Chef Klaus Herdegen Ausbilder Sebastian Lotter, Azubi Nico Weisser, Martin Reinhardt (Sozialamt Amberg), Catherine Dill und Paul Heinritz (Freiwilligenagentur Amberg) sowie Alexander Hirschmann-Titz vom Bayerischen Imkerverband (von links). Bild: Hartl

Amberg. (ptgf) Als Alexander Hirschmann-Titz vom Bayerischen Imkerverband mit dem Insektenprojekt auf die Firma Lüdecke zukam, zeigte sich der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Herdegen sofort aufgeschlossen. In extra dafür ausgeformten Betonblöcken, die als Abgrenzung der Betriebsauffahrt dienen, sind nun rund zehn Nistkästen für Wildbienen eingerichtet, die hier direkt neben dem Firmenteich eine neue Heimat finden sollen. Da Wildbienen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stehen und bereits 60 Prozent der 120 in der Oberpfalz heimischen Arten akut davon betroffen sind, handelt es sich hierbei um ein "sinnvolles Projekt, das wir gerne unterstützen", sagt Herdegen.  

Schon seit Herbst sind die Grundschulen Illschwang und Ammerthal sowie die Mittelschule Krötensee und Kümmersbruck an dem Projekt beteiligt. Als Teil des Biologieunterrichts richteten mehrere Klassen die Tierunterkünfte ein und beschäftigten sich dabei mit dem massiven Insektensterben, von dem auch die Bienen betroffen sind. Der intensive Einsatz von Insektiziden und der Wegfall natürlicher Lebensräume wie Obstgärten oder Streuobstwiesen wirken sich bedrohlich auf die Population der Bienen aus, die Bestandteil der einheimischen Flora sind.

Neben dem Bayerischen Imkerverband sind auch die Freiwilligenagentur Amberg und die Stadtverwaltung Projektpartner, erklärt Catherine Dill. Seit dem Erfolg der gemeinsamen Aktion "Amberg summt" von 2015/16 bauen beide Vereine ihre Zusammenarbeit im Bereich Naturschutz weiter aus und wollen mit dem Projekt "Pro Insekt" eine breite Öffentlichkeit für das Instektensterben sensibilisieren. "Wenn die Polkappen schmelzen, ist man als normaler Bürger weitgehend machtlos", meint Dill, "aber für den Naturschutz vor Ort kann jeder ohne viel Aufwand etwas machen." Schulen, Privathaushalte, Vereine oder Unternehmen wie die Firma Lüdecke werden als Unterstützer gebraucht, um das Anliegen zu verbreiten.

Um Naturschutzprojekte dieser Art weiter voranzutreiben ist die Freiwilligenagentur auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern. Außerdem wird in Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden eine Bachelorarbeit vergeben, die den Aufbau einer Webseite zum Thema Insektenschutz zum Ziel hat.
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