26.12.2017 - 20:03 Uhr
Oberpfalz

Firma Wagner Sport Signage international unterwegs Amberger geben Formel 1 Farbe

Neben drei deutschen Fahrern wirkt seit Jahren auch ein Unternehmen aus der Oberpfalz in der Formel 1 mit. Die Amberger Firma Wagner Sport Signage ist Vertragspartner im weltweiten Rennspektakel.

"Boden-Malerei" aus Amberg beim Grand Prix der Formel 1 2017 in Singapur. Bild: Darren Heath
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Wer sich die Formel 1-Trainings oder -Rennen schon einmal im Fernsehen angeschaut hat, wird sehen, dass sich die Rennstrecken in den vergangenen Jahren optisch sehr veränderten: Sie wurden nicht nur sicherer, sondern modern und bunt. Die Rennstrecken-Beschilderung und -Werbung werden weltweit von der Amberger Firma Wagner Sport Signage perfekt gebrandet.

Als Partner reist die Sport Signage-Mannschaft mit Bernd Wagner an der Spitze zu allen 20 Formel-1-Rennen um den Globus und bearbeitet die Rennstrecken im Auftrag des F 1-Managements: in engster Abstimmung mit dem Automobil-Weltverband FIA. Neben großformatigen Werbetafeln sorgt das Team auch flexibel für die Gestaltung von Boden-Gemälden sowie LED-Werbung rund um die Rennstrecke. Print und Digital Signage sind eine der Kernkompetenzen. Um die Boden-Malereien - sogenannte "Groundpaintings" - zu verwirklichen, beschäftigt Wagner Sport Signage qualifizierte Künstler bzw. Maler. Die erstaunliche Arbeit zeigt sich oft in der Fernsehübertragung. Zum Beispiel wird das "Parc Ferme" oft in stundenlanger Arbeit von Samstag auf Sonntag in ein Kunstwerk verwandelt.

Beste Qualität

Die Wagner Sport Signage-Crew reist bis zu zwei Wochen vor dem nächsten Rennen im Austragungsort des Weltmeisterschafts-Laufs an und beginnt mit ihrer Arbeit. Dazu kommt ein großer logistischer Aufwand, da alle Materialien sowohl zu den europäischen, als auch zu allen Übersee-Rennen transportiert werden müssen. Auf etwa 1575 Tonnen versandte Fracht für die Formel 1 kommt die Wagner-Mannschaft pro Jahr. Jeder Mitarbeiter legt rund 69 000 Meilen auf dem Luftweg pro Saison zurück. Alleine 2016 produzierte Sport Signage 198 000 Quadratmeter Druck für die Königsklasse des Motorsports. Sport Signage stützt sich auf langjährige Erfahrung und bietet höchste Qualität bei Branding und Advertising Signage.

Wagner Sport Signage arbeitet an der Entwicklung neuer Technologien und hier eng mit dem Automobil-Weltverband FIA zusammen. Im Fokus liegt bei allen Streckenarbeiten die Sicherheit: "Manche Motorsport-Fans vergleichen die Formel 1 mit anderen Serien, aber das sind zwei verschiedene Welten. Ein Formel-1-Auto ist wie ein Jet auf der Strecke ..." Aus diesem Grund gilt ein anderes Reglement und Style von Racing. "Es ist viel mehr Power drumherum und ich kann einen Unfall eines Formel-1- Autos nicht mit einem Unfall eines Tourenwagen vergleichen - das sind zwei verschiedene Geschichten", sagt Bernd Wagner. Charlie Whiting von der FIA bestätigt die hervorragende Zusammenarbeit mit Wagner Sport Signage.

"Höchste Zufriedenheit"

Whiting ist der FIA-Rennleiter in der Formel 1, Sicherheitsbeauftragter der FIA und Chef der FIA-Formel-1-Technikabteilung. Der 65-jährige Engländer gilt als ein Urgestein in der F 1. Bei einem gemeinsamen Interview mit Charlie Whiting und Bernd Wagner schilderte der Renndirektor seine "höchste Zufriedenheit" mit dem Partner aus dem oberpfälzischen Amberg. "Die Zusammenarbeit ist viel besser als mit früheren Auftragnehmern", betont Whiting.

Bernd Wagner arbeitet bereits 18 Jahre bei der Formel 1. Nur die Renntage ausgenommen, an denen die Formel 1-Autos auf der Strecke fahren, sind das bereits 326 Tage, also fast ein ganzes Jahr an Renn-Aktion. Dazu kommen die aufwendigen Vor- und Nacharbeiten an den 20 Renn-Wochenenden. Für jeden "Grand Prix" ist Wagner acht bis zehn Tage unterwegs. Nach der Saison ist vor der Saison: Die Vorbereitungen für die F 1 2018 haben längst begonnen.

Interview mit Geschäftsführer Bernd Wagner und Formel-1-Rennstreckenchef Charlie Whiting

Herr Wagner, was war Ihre bisher größte Herausforderung mit Sport Signage in der Formel1?

Bernd Wagner : Jedes Rennen stellt eine Herausforderung dar, da sehr viel Verantwortung zum Thema Sicherheit und Qualität zu tragen ist. Mitte des Jahres 2016 fragte Mr. Ecclestone (damals noch Formel-1-Chef) an, ob ich mir vorstellen kann, die Rennstrecke in Sao Paulo in Brasilien zu bearbeiten. Man muss dazu sagen, das war die einzige Strecke im Formel-1-Kalender, die nicht von uns und auch noch nie von einem externen Dienstleister zuvor betreten wurde. Ich antwortete natürlich mit einem klaren Ja. Die Geschichte rund um den Brasilien-Grand-Prix würde ein Buch füllen ...

Für mich war klar, dass alles aus brasilianischer Sicht getan wird, unser Vorhaben scheitern zu lassen. So kam es auch. Unser Team durfte die Strecke nicht betreten - aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen. Das Ganze ging bis zum brasilianischen Arbeitsministerium, welches uns bestätigte, dass all unsere Papiere absolut in Ordnung waren. Am nächsten Morgen fuhren wir zur Rennstrecke und begannen unsere Tätigkeit. Vorsorglich ließ ich meine Mannschaft und unsere Aktionen unter Polizei-Schutz stellen.

Letztlich gelang es uns, die Rennstrecke in Sao Paulo fertigzustellen und somit war das Ziel erreicht. Mir war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass wir als Oberpfälzer Betrieb damit Geschichte schrieben.

Worauf freuen Sie sich nach der Saison?

Auf meine Familie, mehr Zeit mit ihr zu verbringen, und in meiner Heimatstadt Amberg zu verweilen.

Wie denken Sie über die Zukunft der Formel 1 mit den neuen Inhabern?

Es ist kein Geheimnis, dass die F 1 - geführt und geleitet durch Mr. E. - bis zum Verkauf sehr erfolgreich war und als Weltmeisterschaft mit all den bereisten Ländern einzigartig ist. Mit den neuen Verantwortlichen Chase Carey, Sean Bratches und Ross Brawn ist die nächste Generation am Werk. Jeder Einzelne ist auf seinem Gebiet in der Rangliste ganz oben. Bereits in dieser (vergangenen) Saison konnten wir bereits große Veränderungen erkennen. Die beiden Rennen in Austin/ Texas und Mexico City belegen, welches Potenzial wieder erweckt wurde. Wir alle dürfen uns in Zukunft auf eine interessante Weltmeisterschaft freuen.

Herr Whiting, wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit Bernd Wagner und Sport Signage?

Charlie Whiting: Die hervorragende Zusammenarbeit muss ich nicht eigens unterstreichen. Eine der vielen Schwierigkeiten, welche Bernd zu bewältigen hat, ist die Werbung der globalen Partner optimal zu positionieren - ohne die Sicherheit zu gefährden. Das sind nun mal die Vorschriften. Wir müssen immer wieder Lösungen finden. Häufig geschieht das bei unserer gemeinsamen Streckenbegehung.

Ihr Fokus liegt auf dem Thema Sicherheit ...

In einem Formel-Auto ist der Fahrer weniger geschützt als in einem Tourenwagen. Seit Bernd das mit Sport Signage macht, hat sein Unternehmen große Anstrengungen unternommen, einfachere und vor allem zueinander passende Lösungen zu finden. Auch um die Werbung einfacher und schneller auf- und abzubauen. Sie haben neue Ansätze und Lösungen auf die Strecke gebracht.

Wie fällt Ihr Vergleich mit den Verhältnissen vor 20 Jahren aus?

Die Medien sehen komplett anders, besser und moderner aus. Die Technologie, besonders die LED-Wände und die Animationen, sind brillant. Früher waren die Werbe-Tafeln eher langweilig. Im Laufe der Zeit sind die Beschilderungen anspruchsvoller und moderner geworden. Was Sport Signage leistet, ist enorm, besonders die großen LED-Wände. Das ist einfach großartig!

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