Förderverein stellt sich ungewöhnlicher Herausforderung
Mutter-Tochter-Duo schafft es

Sonnenuntergang, beobachtet vom Rödlasturm aus. Das hatten die bei der 24-Stunden-Wanderung an den Start gegangenen Mädchen auch noch nicht gesehen.
 
Die ganze Truppe, so wie sie startete und ein gewaltiges Stehvermögen bewies. Bilder: Georg Luft (2)

Wie weit Schüler manchmal gehen, davon können Lehrer nicht nur ein berufliches Lied singen. Aber wie weit kann eine ganze Schule gehen? Eine Antwort auf diese Frage ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Unternommen haben ihn die Dr.-Johanna-Decker-Schulen (DJDS). Die Initiative, es mit einer 24-Stunden-Wanderung zu probieren, ergriff der erst kürzlich gegründete, gleichnamige Förderverein. Sind es im Unterrichtsalltag meist geistige Herausforderungen, denen sich die Schülerinnen stellen müssen, sollte es nun diese körperliche Herausforderung sein.

Dieses anspruchsvolle Kontrastprogramm bestand aus dem Ziel, 62 Kilometer ohne nennenswerte Pause durchzuwandern - rund um die Uhr. Der Organisator der Strecke, Oberstudienrat Georg Luft, hatte die Route rund um Amberg so angelegt, dass in regelmäßigen Abständen Pausen eingelegt wurden. Dort versorgte der Elternbeirat das anfangs durchweg sehr muntere Wandervolk zur physischen Stärkung und Erfrischung.

An diesen Stationen konnten sich Teilnehmer, die nicht die gesamte Strecke absolvieren wollten, auch ein- oder ausklinken. So wechselte die Wandergruppe ständig das Gesicht ihrer Zusammensetzung. Während im ersten Drittel zahlreiche Oberstufen-Schülerinnen vertreten, waren, nahm im mittleren Teil das Lehrerkollegium der beiden Schulen (Realschule und Gymnasium) als harter Kern die angepeilte 64-Kilometer-Marke ins Visier.

Naturschauspiel

Das Abendessen am Fuß des Rödlasturms wurde zu einem wahren Fest der Sinne. Während sich im Norden die in Gold getauchte Landschaft in die Nacht verabschiedete, hielten sich die Wanderer an Wurstsemmeln, Hirschsteak oder Ofenkartoffeln schadlos. Pünktlich zum Sonnenuntergang standen mehr als 40 Teilnehmer auf dem Rödlasturm, um die (fast) kürzeste Nacht des Jahres zu begrüßen. Auf der nächsten Etappe wurden unzählige Glühwürmchen, die im Dämmerwald tanzten, zum ungewohnt-faszinierenden Begleiter.

An der Vilsquelle in Kleinschönbrunn schlugen die zu diesem Zeitpunkt 25 Wanderer für drei kurze und kühle Stunden ihr Nachtlager auf. Während einige ein wenig dösten, führten andere tiefgründige Gespräche oder bewunderten den mondlosen Sternenhimmel samt Milchstraße. Um 3.30 Uhr brach die Gruppe auf und erlebte auf dem Süßer Berg, wie in gold-rotes Licht und nächtlich-schwarze Schatten getaucht ein neuer Tag anbrach. Beim Frühstück auf dem Hahnbacher Frohnberg wurde klar, welch hohe Hausnummer die 64-Kilometer-Marke darstellt. Beim Aufstieg zum St.-Anna-Berg konnten zahlreiche Teilnehmer die Folgen der inzwischen über 40 Kilometer nicht mehr leugnen: Schmerzende Gelenke, Blasen an den Füßen und Schlafmangel beeinträchtigten die Bewegungsabläufe.

Starter-Riege bröckelt

Ein opulentes Weißwurstfrühstück, das die Vorsitzende des Elternbeirats, Tanja Schleicher, in Sulzbach-Rosenberg organisiert hatte, stellte für das Gros der Gruppe schließlich den Zieleinlauf dar. Müde, aber zufrieden blickten die Wanderer an dieser Station - von der zehnjährigen Grundschülerin bis hin zu zwei externen Gästen - auf 40 bis 52 Wanderkilometer zurück. Und wer hatte noch die Kraft und Zähigkeit für die letzten zwölf Kilometer bis Amberg? Neue personelle Stärkung erhielt die Gruppe von zwei Müttern und ihren Töchtern. An diesen Elan hängten sich Hannah Ludwig (Q11) und ihre Mutter Tanja Ludwig, die als einzige vom Start weg dabei waren, dran. Erschöpft, aber überglücklich erreichte die Schlussgruppe nach 24 Stunden auf den Beinen den Marktplatz in Amberg.

Lange zuvor schon, an der Vilsquelle nachts um 1 Uhr, hatte Fördervereins-Vorsitzender Michael Luig, erklärt: "Nächstes Jahr werde ich nicht nur organisieren, sondern selbst mitwandern!" Als Termin sind der 16. und 17. oder 23. und 24. Juni vorgesehen (Infos: www.djds-fv.de).
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