02.03.2018 - 20:00 Uhr

Frühere Mitschülerin äußerst erfolgreich Im Forscher-Olymp

Gute Beispiele haben nach wie vor ihre motivierende Kraft nicht verloren. Darauf setzt ganz bewusst das Dr.-Johanna-Decker-Gymnasium (DJD). Eine Ehemalige ist sogar so gut, dass es noch gar keinen Namen dafür gibt, was sie tut.

Zum ersten Mal referierte eine ehemalige Decker-Gymnasiastin bei den "Vorträgen im Gerhardinger-Saal". Aus Judith Reindl ist inzwischen Dr. Judith Reindl geworden, die an einem Forschungsprojekt zur Entwicklung einer schonenderen Bestrahlungstherapie für Krebspatienten mitarbeitet. Bild: Ringeisen/exb
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Judith Reindl forscht auf dem Gebiet der "medizinischen Strahlen-Bio-Physik", erzählte sie mit einem Augenzwinkern. Die junge Wissenschaftlerin mit Doktortitel arbeitet am Institut für Angewandte Physik und Messtechnik der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität der Bundeswehr in München. Was sie da macht und wie sie dorthin kam, präsentierte sie als einen der "Vorträge im Gerhardinger-Saal". Als erste frühere DJD-Absolventin der Schule.

Ernsthaft betrachtet, umschrieb Reindl ihre Arbeit auf dem Gebiet der Physik als Beitrag zur Entwicklung moderner Krebstherapien. Anliegen ihrer Forschung sei, besser zu verstehen, wie die Reparatur oder Regeneration der biochemische Erbsubstanz DNA durch den eigenen Körper beim Menschen funktioniere. Dieses Wissen soll dann als medizinische Therapie nutzbar gemacht werden.

Gezielte Mini-Dosis

Die herkömmliche Methode der Röntgenbestrahlung von Tumoren soll laut Reindl so für umgebende Gewebesubstanz schonender verlaufen. Dieser Ansatz der Forschungsgruppe, der die frühere DJD-Gymnasiastin jetzt angehört, entwickelte vor diesem Hintergrund die Methode der Bestrahlung mit Teilchen in gebündelten sogenannten "Mini-Beams". Für die Vorstellung dieser innovativen Therapie-Idee habe das Team eine Auszeichnung für die "Beste wissenschaftliche Präsentation" der Europäischen Strahlenbiologischen Gesellschaft 2017 erhalten.

Reindls Anteil an dem Forschungskomplex konzentriert sich ihren eigenen Angaben zufolge auf Untersuchungen, welche definitiven Gewebe-Beeinträchtigungen diese innovative Bestrahlungsmethode hinterlässt. Um entsprechendes Zellenmaterial zu untersuchen und nachweisen zu können, ob und wie es zu Schädigungen kommt, arbeitete Reindl mit einem höchstauflösenden sogenannten STED-Mikroskop. Für ihre Untersuchungen mit diesem gerät sei sie von der Gesellschaft für biologische Strahlenforschung Deutschland mit dem Preis "Best Paper Award 2017" bedacht worden. Das Ziel der aufwendigen und ausgetüftelten Untersuchungen sei letztlich, eine individuelle Therapie für Krebspatienten und Krebsrisiko-Patienten zum Standard zu machen.

Drastisches Beispiel

Um zu verdeutlichen, was das in der Praxis bedeute, griff abschließend die Forscherin ein prominentes Beispiel auf. Die amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie hat sich, da sie das sogenannte Brustkrebsgen in sich trägt, 2013 präventiv beide Brüste abnehmen lassen. Die Therapie, an der Reindl mitarbeite, soll in Zukunft eine derart drastische Maßnahme überflüssig machen.

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