11.10.2017 - 16:30 Uhr
Oberpfalz

Gertraud Zeitler (69) und Helga Koch (66) sei Dank Pforte kennt keinen Ruhestand

Die Pforte der Decker-Schulen ist im Stadtgebiet einzigartig. Weil Schwester Monika Schulze nach München abberufen wurde, drohte das Kammerl im Foyer zu verwaisen. Zwei Ruheständlerinnen haben aber etwas dagegen.

Helga Koch hat alles im Blick und folglich auch unter Kontrolle. Ein Jahr nach ihrer Verabschiedung kehrte die 66-Jährige an die Pforte der Decker-Schulen zurück. Die Stelle teilt sie sich mit der drei Jahre älteren Gertraud Zeitler, die sich ebenfalls bereits im Ruhestand befand. Bild: Kosarew
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Amberg. (tk) Mal ein Taschentuch, einen Tee, einen guten Rat, einen Plausch oder aufmunternde Worte - für Generationen von Dr.-Johanna-Decker-Schülerinnen wurden die Frauen aus der Pforte zu einer Art Ersatzmütter. Doch dieser Einrichtung, die aufgrund der Kameraüberwachung des Außenbereichs auch der Sicherheit der Mädchen und jungen Frauen dient, drohte das Aus.

Oberstudiendirektor Günter Jehl wirft einen Blick zurück auf das Ende des vergangenen Schuljahrs, als Schwester Monika Schulze verabschiedet wurde. Sie war ein halbes Jahr für den Pfortendienst zuständig, um dann vom Orden der Schulschwestern nach München abberufen zu werden. Umso erfreulicher ist es laut Jehl, dass sich mit Gertraud Zeitler (69) und Helga Koch (66) ehemaliges Pforten-Personal bereiterklärt hat, den Ruhestand nicht ganz so wörtlich zu nehmen und sich den Dienst in zwei Schichten zu teilen.

Auch die Finanzierung ist laut einer Mitteilung der Schule gesichert. Der Förderverein der Decker-Schulen und die Schulstiftung der Diözese Regensburg kommen gemeinsam für die Ausgaben auf. Sehr zur Freude der Kinder und Jugendlichen, wie Jehl zu berichten weiß: "Ihre Wertschätzung und ihre Freude über die Fortführung der Arbeit in der Schulpforte drückten auch die Schülerinnen aus." Vier Mitglieder der Schülermitverantwortung (Leilah Dotto, Clara Dreßler, Alena Pirzer und Sophia Schleicher) überreichten Helga Koch und Gertraud Zeitler nun Blumen und Lebkuchen-Herzen mit der Aufschrift "I mog di".

Auch Tanja Schleicher, die Vorsitzende des Elternbeirats, ist glücklich, dass es mit der Pforte weitergeht: "Damit ist eine der zentralen Anlaufstellen der Schule weiterhin besetzt." Dem schließt sich der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Studiendirektor Franz Hanauska, an und weist humorvoll und hintergründig auf den Liedtext hin, den er für die Amtseinführung von Schulleiter Jehl im vergangenen Jahr gewählt hatte: "Wunder gescheh'n. Und so setzen sich die Wunder fort."

Und für Schulleiter Günter Jehl ist mit Blick auf die beiden ehemaligen Ruheständlerinnen klar: "Wenn sie ihren Dienst an der Pforte nicht gern täten, wären sie nicht an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt."

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