01.11.2011 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Gespräch mit Barbara Meier zum Filmdebüt - Amberg bleibt wichtigste Anlaufstation "Ich bin ein kleiner Angsthase"

Sie hält nicht viel davon, die Dinge lange im Voraus zu planen. "Ich war zwar immer sehr zielstrebig, aber die entscheidenden Dinge geschahen eher ungeplant." Jetzt hat Topmodel Barbara Meier (25) aus Amberg das Schauspielern entdeckt. "Ich glaube, das liegt mir", sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Am Donnerstagabend ist sie zum ersten Mal in einem Spielfilm auf Pro Sieben zu sehen.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Der Mariahilfberg gibt an diesem sonnigen Herbsttag eine filmreife Kulisse ab. Barbara Meier ist mal wieder daheim in Amberg, trinkt Cappuccino auf der Terrasse der Bergwirtschaft. "Es ist so wunderbar ruhig hier", sagt das weltweit gebuchte Fotomodell und lässt ihren Blick über die Altstadt im Nebeldunst schweifen. "Hier geht alles ein bisschen langsamer. Mir kommt es so vor, als hätten die Leute mehr Zeit", meint die 25-Jährige. "Das vermisse ich anderswo oft."

Barbara Meier gehört zu den wenigen, für die "Germany's next Topmodel", den Beginn einer großen Karriere bedeutete. Viereinhalb Jahre ist es nun schon her, dass Heidi Klum sie zur Siegerin der Fernsehshow kürte und immer noch jettet die Ambergerin von Fototermin zu Fototermin. Wenn es nach ihr geht vielleicht auch bald zum einen oder anderen Filmset. "Für mich ist die Zeit gekommen, etwas Neues auszuprobieren. Ich will mich weiterentwickeln." Beim Dreh für den Mystery-Thriller "Schreie der Vergessenen", der am Donnerstag um 20.15 Uhr auf Pro Sieben läuft, ist sie auf den Geschmack gekommen. "Beim Modeln spiele ich immer nur mich selber, die Barbara. Beim Schauspielen ist das ganz was anderes. Man versucht, sich in einen anderen Menschen hineinzuleben, dessen Gefühlszustand anzunehmen. Das ist unglaublich spannend." Die nächsten Aufträge warten bereits: Gerade bereitet sie sich auf eine kleine Nebenrolle in einer öffentlich-rechtlichen Sendereihe vor.

Gebärdensprache gelernt

Bei ihrer ersten größeren Rolle in "Schreie der Vergessenen" musste Barbara gleich eine große Herausforderung bewältigen. Sie spielt ein gehörloses Mädchen, das Kontakt mit Geistern aufnehmen kann. Deshalb kommuniziert sie in Gebärdensprache und mit ihrem Gesichtsausdruck. Außerdem muss Barbara viel weinen. "Der Film ist ziemlich gruselig", erzählt sie. "Als er fertig war, hab ich ihn mir alleine angeschaut. Das hätte ich lieber nicht machen sollen. Ich bin ein kleiner Angsthase." Bevor sie abtritt, drückt sie noch dem jungen Hauptdarsteller Vinzenz Kiefer einen dicken Kuss auf die Wange.

Wenn Barbara Geborgenheit sucht, schlägt sie den Weg Richtung Amberg ein. Das Elternhaus in Raigering ist nach wie vor ihre wichtigste Anlaufstation. "Sooft es irgendwie geht, fahre ich nach Hause. Dann besuche ich meine Freunde und meine Verwandten." Wenn sie wieder mal auf Flughäfen festsitzt oder im Ausland arbeitet, hält sie per Internet Kontakt zur Familie. "Ich chatte ziemlich oft mit meinen Eltern. Das klappt ganz gut." Einen festen Freund hat Barbara derzeit nicht. "Da hat sich nichts getan", verrät sie mit einem verschmitzten Lächeln.
Vor eineinhalb Jahren ging die kurze Beziehung zu Filmproduzent Oliver Berben auseinander. Barbara betont: "Die Gefühle waren echt." Sie weiß, dass die Liaison gerne mit ihren Schauspiel-Ambitionen in Verbindung gebracht wird. Kontakt zum Ex-Freund besteht nach wie vor, "aber das Filmgeschäft spielt dabei keine Rolle". Für die Boulevard-Medien war die Verbindung mit dem Sohn von Iris Berben natürlich ein gefundenes Fressen. "Da wundert man sich schon manchmal, was ich angeblich alles gesagt haben soll. Es ist nicht so, dass das an mir abprallt. Natürlich ärgere ich mich da manchmal. Aber der Ärger wird weniger." Sie bereut die Wendung, die ihr Leben mit der TV-Show genommen hat, in keinster Weise - auch wenn sie damit leben muss, ständig im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. "Ich habe nach Germany's next Topmodel schnell gemerkt, dass ich nicht erwachsen war", sagt die 25-Jährige. "Aber das hat sich geändert. Ich bin reifer geworden." Ihre Karriere hat ihr viele spannende Erlebnisse und jede Menge nette Bekannte beschert. Die echten Freunde aber sind die aus Amberg geblieben. "Die kennen mich von Kindheit an und mögen mich so, wie ich bin."

Bei der Papstmesse

Den freien Tag auf dem Mariahilfberg genießt sie, auch weil sie gerne Kirchen besucht und dort hin und wieder für einen lieben Menschen eine Kerze anzündet. "Ich würde mich schon als religiös bezeichnen. Ich war sogar beim Papstgottesdienst in Regensburg dabei." Eine junge Frau - anscheinend wie gemacht für die Politik: "Es kamen Anfragen von den verschiedensten Parteien", erzählt Barbara. "Aber ich will mich natürlich nicht vereinnahmen lassen. Komisch nur, dass jede Partei glaubte, ich passe am Besten zu ihr."

Die Freundinnen von der Dr.-Johanna-Decker-Realschule dürften Barbara Meier als recht strebsam in Erinnerung behalten haben. "Ich war ziemlich gut in der Schule." Vor allem in Mathematik. Bis 2007 studierte sie vier Semester dieses Faches an der Fachhochschule Regensburg. Ob sie das angefangene Studium abschließt, lässt sie offen. "Ich hab das noch im Hinterkopf. Aber jetzt steht es nicht an erster Stelle." Im Moment freut sie sich einfach nur auf den Film am Donnerstagabend und auf das, was die Zukunft bringt.

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Weitere Bilder und Infos im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/barbarameier

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