23.01.2018 - 11:36 Uhr
Oberpfalz

Händewaschen reicht schon aus: Hepatitis A an einer Grundschule festgestellt

Sie ist die Krankheit der Fernreisenden, doch plötzlich so nah: Ein Kind aus der Max-Josef-Schule ist aktuell an Hepatitis A erkrankt. Grund zur Panik besteht laut Gesundheitsamt aber nicht. "Uns ist kein einziger Fall bei uns bekannt, in dem eine Ansteckung über direkte Kontakte im Kindergarten oder der Schule stattgefunden hätte", sagt dessen Leiter Dr. Roland Brey. Einfache Hygienemaßnahmen - vor allem gründliches Händewaschen - reichen in der Regel vollkommen aus.

Die Impfung gegen Hepatitis A gehört nicht zum Standardprogramm für Kinder. In der Regel genügen die normalen Hygienemaßnahmen, um die Krankheit einzudämmen. Bild: Andrea Warnecke/dpa
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Hepatitis A wird nach Information von Brey in der Regel über infizierte Lebensmittel oder verschmutztes Wasser übertragen. Daher kommt sie hauptsächlich in den ärmeren Ländern der Welt vor. Doch auch bei uns ist die Gelbsucht, wie sie landläufig heißt, weit verbreitet. Wenn sie auch nicht immer als solche diagnostiziert wird. "Gerade bei Kindern nimmt die Hepatitis A meist einen sehr harmlosen Verlauf", begründet Roland Brey das. Viele von uns hätten als Kinder auch diese Form der Gelbsucht gehabt, Antikörper seien im Blut bis ins Alter nachweisbar.

Keine Standard-Impfung

Während die weitaus schwerere Form der Krankheit, die Hepatitis B, auf dem Standard-Impfplan für Kinder verzeichnet ist, fehlt die Variante A. Das liegt laut Brey unter anderem daran, dass sie wenig verbreitet und eher harmlos ist. Wer an Hepatitis B erkranke, das hauptsächliche über das Blut oder Sexualkontakte übertragen werde, müsse hingegen mit einer chronischen Leberentzündung bis hin zum Leberkrebs rechnen. Trotzdem existiert natürlich eine Impfung gegen die Hepatitis A. Allerdings sprechen im konkreten Fall laut Brey gleich zwei Dinge dagegen.

Denn damit der Impfstoff wirkt, benötigt er etwa zwei Wochen an Vorlauf. In einem akuten Fall ist laut Brey also keine Garantie gegeben, sich nicht doch anzustecken. Zudem sei der Hepatitis-A-Impfstoff für Kinder derzeit nur äußerst schwer zu bekommen. "Der ist aus unerfindlichen Gründen momentan kaum lieferbar."

Aus diesem Grund seien bereits die beiden großen Kinderarztpraxen in der Stadt über die nun aufgetretene Infektion informiert worden, damit sie sich für einen eventuellen Ansturm besorgter Menschen wappnen können. Denn auch die Eltern aus der Max-Josef-Schule wurden natürlich informiert. Am Montag brachten ihre Sprösslinge ein umfangreiches Infoschreiben des Gesundheitsamts mit nach Hause. "Wir wollten die Eltern damit aber hauptsächlich dafür sensibilisieren, dass ein vermeintlich harmloser Infekt bei ihren Kindern auch etwas anderes sein könnte." Also kein Grund zur Panik, sagt Brey.

Schon wieder besser

Das erkrankte Kind befindet sich seiner Aussage nach übrigens schon wieder auf dem Weg der Besserung. Nach rund einer Woche sei es dann auch nicht mehr ansteckend und könne in die Schule zurückkehren. Für das Gesundheitsamt ist die Arbeit damit aber noch nicht getan. "Wir ermitteln jetzt, welcher Typ genau dahinter steckt", schildert der Leiter des Gesundheitsamts das weitere Vorgehen. Diese Ergebnisse würden dann an das Spezialzentrum für Hepatitis mit Sitz in Regensburg weitergegeben, wo es eine ganz spezielle Weltkarte mit dem Vorkommen der unterschiedlichen Varianten gebe. Einfach um zu wissen, wo der aktuelle Fall seinen Ursprung hatte.

Für die besorgten Eltern hat Roland Brey aber noch einen ganz wichtigen Tip: "Sie müssen ihren Kindern immer wieder sagen, wascht euch die Hände." Das sei der beste Schutz gegen eine Erkrankung.

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