16.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Hauptversammlung des Kinderschutzbundes Ideen und Aufgaben gehen nicht aus

Martin Preuß ist sich sicher: Der Kinderschutzbund erfüllt auch in der Region eine unschätzbar wichtige Aufgabe. Bei der Mitgliederversammlung hebt der Bürgermeister hervor, dass den Ehrenamtlichen die Ideen für Projekte nicht ausgehen.

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft und Mitarbeit im Kinderschutzbund. Auf dem Bild von links: Uwe Bergmann (2. Bürgermeister der Stadt Schnaittenbach), Brigitte Breitfelder, Marga Hüttner, Heidi Erras, Christa Schuster, Bürgermeister Martin Preuß, Ingrid Lay, Anton Ruhland und Helmut Schuster. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Amberg. (gfr) Bei der Jahreshauptversammlung des Orts- und Kreisverbandes Amberg-Sulzbach betonte Vorsitzende Brigitte Breitfelder, dass das Projekt Familienpaten nach wie vor erfolgreich laufe und um entsprechende Hilfe häufig angefragt werde. Derzeit würden unter Leitung der Diplom-Psychologin Yvonne Straller-Höhlein 21 Familien, davon 15 mit Migrationshintergrund, und deren 50 Kindern individuell betreut.

In Zusammenarbeit mit der Koordinierenden Kinderschutzstelle unterstütze der Verein aktuell fünf junge Mütter und ihre Kinder. Seit Mitte vergangenen Jahres hätten fünf weitere Familienpatinnen und ein Familienpate ihre Arbeit aufgenommen. Mittlerweile gebe es 23 Frauen und einen Mann, teilweise mit russischen Sprachkenntnissen, die helfen. Die Vorsitzende: "Wie arm wäre Deutschland ohne Ehrenamt? Wirklich armselig sähe es bei uns hier aus."

"Schwächsten Glieder"

Breitfelder ging auch auf die Umgangsbegleitung hin, die 2017 für neun Familien aus Amberg und 22 aus dem Landkreis auf Anordnung der jeweils zuständigen Jugendämter oder Familiengerichte in den Räumen des Kinderschutzbundes organisiert wurden. Kinder seien bei Scheidung oder Trennung der Eltern die schwächsten Glieder. Leider stehe bei einigen Eltern nicht das Wohl der Kinder im Vordergrund.

Das Besuchs-Café des DKSB, geöffnet jeden zweiten Samstag eines Monats von 14 bis 17 Uhr, sei ein niederschwelliges Angebot, Kontakte zwischen Kindern und den Umgangsberechtigen in unbeschwerter und harmonischer Umgebung zu fördern. Zielgruppen seien Kinder, die den Umgang mit einem Elternteil oder einer anderen Bezugsperson wünschen oder Eltern, die sich nicht in privaten Räumen mit den Kindern treffen wollen. Derzeit, so Brigitte Breitfelder, laufe wieder ein Kurs "Starke Eltern - starke Kinder". Seit 2006 hätten damit mehr als 800 Personen erreicht werden können. In der Autismus-Selbsthilfegruppe informiere Daniela Bernschneider betroffene Eltern. Das Aushängeschild des Kinderschutzbundes sei schon über 20 Jahre lang die Kinderbetreuung, mit der in der "Wichtelburg" Mädchen und Buben ab 18 Monaten von Erzieherinnen betreut werden, an sonnigen Tagen sogar im Freien. Von Montag bis Freitag werden so durchschnittlich um die zehn Kinder in die kurzzeitige Obhut des Kinderschutzbundes gegeben.

Talkrunde im Café

Neu sei auch die Talkrunde im Café mit ausgewählten oder von den Teilnehmern vorgeschlagenen Themen. Im Juli habe sich der Kinderschutzbund am Schul- und Stadtteilfest Dreifaltigkeit beteiligt, außerdem beim Kinderfest auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände. Im August besichtigten die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter das St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg. Mit Blick auf die Babysitter-Ausbildung sagte Brigitte Breitfelder, dass weitere junge Frauen durch Tanja Hartmann für die Betreuung von Kleinkindern geschult worden seien.

Die Geehrten

30 Jahre

Ingrid Lay, Anton Ruhland, Christa und Helmut Schuster sowie Heidi Erras

20 Jahre

Marga Hüttner sowie Josefine Lutter (gfr)

"Helfen macht Spaß"

Eine ehrenamtliche Tätigkeit, wie sie im Kinderschutzbund geleitet werde, stärkt laut Vorsitzender Brigitte Breitfelder auch Selbstwertgefühl und soziale Kompetenz. Bei einem Haushalt von mehr als 200 000 Euro sei im vergangenen Jahr ein Minus von etwa 6400 Euro zu verzeichnen gewesen, der aber aus Rücklagen ausgeglichen werden konnte.

Zwar seien die Ausgaben um 1,3 Prozent gesenkt worden, aber auch bei den Einnahmen sei ein Rückgang um sieben Prozent festzustellen gewesen. Aber die finanzielle Situation des örtlichen Kinderschutzbundes sei nach wie vor gut, ließ die Schatzmeisterin Silvia Eidenhardt bei der Hauptversammlung wissen.

Leise Kritik kam von Kassenrevisor Dieter Weiß, aber nicht an der Kassenführung oder dem Vorstand, sondern an den Kommunen. Die würden nämlich vielfach bei der Auftragsvergabe kommerzielle Anbieter vorziehen und nicht mehr den Kinderschutzbund. Diese Entwicklung sei bedenklich. Vorsitzende Brigitte Breitfelder sagte abschließend: "Helfen macht Spaß." Der schönste Dank, den man zurückbekommen könne, sei das strahlende Lächeln eines Kindes.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp