11.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Hegeschau der Jäger-Kreisgruppe So viele Rehe wie noch nie

Es ist sinnvoll, wenn Jäger, Bauern, Fischer, Teichwirte und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eng zusammenarbeiten. Das kommt bei der Rehwildhegeschau der Amberger Jäger-Kreisgruppe klar zum Ausdruck.

Franz Erras (links/Kreisgruppenvorsitzender des Jagdverbandes) und Jagdberater Ekkehard Zink (rechts) begutachten mit dem neuen Vorsitzenden im BJV-Bezirk, Alexander Flierl (Mitte) aus Oberviechtach, die im Pfarrheim St. Michael ausgestellten Rehwildtrophäen. Bild: Hubert Uschald
von Autor USCProfil

Amberg. (usc) "Schutz und Erhalt der Lebensräume gibt es nur zusammen mit unseren Partnern", betonte der neue Bezirksvorsitzende der Jäger, der Oberviechtacher Landtagsabgeordnete Alexander Flierl. Bei der Rehwildhegeschau wurde nicht nur die Partnerschaft thematisiert, sondern auch Abschussbilanz für Reh- und Schwarzwild gezogen.

Nach Worten von Helga Verron, die als Vertreterin des Amtes teilnahm, stellt das Vegetationsgutachten den Arbeitsschwerpunkt ihrer Behörde dar. Die Außenarbeiten habe das Amt in 16 Hegegemeinschaften abschließen können. Die Ergebnisse gehen im Juli an Jagdvorsteher und Jagdpächter. Das Gutachten soll bis September erstellt werden. Ab Oktober gibt es auf Wunsch Waldbegehungen.

Verron bat die Jäger angesichts der Borkenkäferproblematik um Hinweise auf Befall und darum, den Rehwildabschuss über der Schwarzwildproblematik nicht zu vergessen. Das Thema Abschuss vertiefte Jagdberater Ekkehard Zink für das Gebiet der Stadt und den Altlandkreis. Beim Rehwild gebe es eine Abschussplanerfüllung von etwa 102 Prozent. Im Einzelnen wurden im Jagdjahr 1392 Böcke, 1521 Geißen/Schmalrehe und 1649 Kitze gemeldet. "Mit der im jetzt abgelaufenen Jagdjahr erzielten Strecke ist wie im vergangenen Jagdjahr ein neuer Streckenrekord erzielt worden. Noch nie in den vergangenen Jahrzehnten wurden mehr Rehe gemeldet als 2017/18." Ein besonderes Augenmerk der Jäger gilt dem Schwarzwildabschuss. Im abgelaufenen Jagdjahr waren es 2225 Stück, im Jagdjahr 2016/17 noch 1413. "Dies ist die höchste jemals im Altlandkreis und der Stadt erzielte Schwarzwildstrecke", erläuterte Zink im Pfarrsaal St. Michael. Im gesamten Landkreis erlegten die Jäger 2907 Wildschweine. 2016/17 waren es laut Zink 1804 und 2015/16 noch 2472 Stück.

In nahezu allen Hegegemeinschaften hat sich die Schwarzwildstrecke erhöht, sagte Zink. Maßgebliche Erhöhungen ergaben sich in Allersburg und Rieden-Hirschwald, im Truppenübungsplatz Grafenwöhr und in Vilseck. Rieden-Hirschwald stellt nach wie vor einen Kernbereich des Schwarzwild-Vorkommens im südlichen Landkreis dar, im nördlichen Teil sind es Vilseck und Grafenwöhr.

Das gute Verhältnis der Angler zu den Jägern unterstrich Hermann Liehr vom Fischereiverein, vor allem bei der Bekämpfung der Kormorane. 2016 habe es in der Oberpfalz einen genehmigten Abschuss von 2000 Vögeln, im Kreis von 566 gegeben. "Mit dem Fischotter kommt die nächste Plage", sagte Liehr. Man brauche dringend ein Fischotter-Management. Peter Beer, der Kreisvorsitzende des Bauernverbandes, forderte eine Regelung für den Wolf-Abschuss. Bezirksrat Richard Gaßner berichtete, dass auch die Oberpfalz mit dem Kormoran- und Fischotterproblem konfrontiert werde und verwies auf die Unterstützung durch die Fischerei-Fachberater. Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl fand lobende Worte für das Engagement von Jägern und Landwirtschaft hinsichtlich der ökologischen Verbesserungen.

Jäger-Bezirkschef Alexander Flierl würdigte den Schulterschluss mit den Landwirten. Sein Verband halte die Flächenprämie für wichtig und sei gegen die Abkehr von der bäuerlichen Landwirtschaft. Zwingend notwendig hält Flierl ein Maßnahmenpaket, um Naturschutz und Biotop-Hege in die Fläche zu bringen. Klar sprach er sich gegen die Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht aus.

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