29.10.2017 - 08:53 Uhr
Oberpfalz

"Herwart" fegt über Amberg und den Landkreis Stürmischer Oktobersonntag

Kaffeemaschine einschalten (solange es noch Strom gibt), Kerzen anzünden und dem Wind zuschauen: Tief "Herwart" beschert der Oberpfalz einen stürmischen Oktober-Sonntag. Am Morgen musste in einigen Orten bereits die Feuerwehr ausrücken, um umgestürzte Bäume oder andere Hindernisse von den Straßen zu räumen.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Samstagabend für den östlichen Landkreis Amberg-Sulzbach eine Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen herausgegeben. Offiziell galt die Warnung bis Sonntag, 11 Uhr. „Es können zum Beispiel Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Schließen Sie alle Fenster und Türen! Sichern Sie Gegenstände im Freien!“, hieß es in der Warnung. 

Bis 10 Uhr 53 Einsätze

Um 5.31 Uhr fiel im Landkreis Amberg-Sulzbach der erste Baum. Bis Sonntag, 10 Uhr, verzeichnete Stefan Brunner von der Integrierten Leitstelle (ILS) im Landkreis Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Amberg 53 Einsätze: Vollgelaufene Keller, Äste in Hochspannungsleitungen, ausgelöste Brandmeldeanlagen, umgestürzte Bauzäune – die Liste der Ereignisse war lang und erstreckte sich über das komplette Einsatzgebiet, mit einer leichten Konzentration rund um Ursensollen. Kurz vor 7 Uhr mussten am Sonntag die Feuerwehren Kastl und Wolfsfeld ausrücken, um einen Baum von der Bundesstraße 299 zu entfernen.

Um 10.14 Uhr wurde die Feuerwehr wegen eines vermuteten Wohnhausbrandes in Schmidmühlen alarmiert. Fehlalarm: Der Sturm hatte Rauch über einen Kamin in eine Wohnung gedrückt. Kurze Zeit später musste sich die Schmidmühlener Feuerwehr um einen Baum kümmern, der auf ein Klettergerüst eines Spielplatzes gestürzt war. Wie bestellt, ließen die Böen ab 10 Uhr nach. AZ-Wetterexperte Andy Neumaier listete die maximalen Windgeschwindigkeiten für die Region auf. Demnach blies der Wind in Wunsiedel mit 111 km/h am heftigsten. Es folgten Hof (102) und Selb (98) sowie Kümmersbruck mit einer Spitzenböe von 94 km/h. Weitaus ruhiger ging es im Rest der Oberpfalz zu. In Weiden wurde eine Windgeschwindigkeit von 72 km/h gemessen.

Die ILS hatte sich auf „Herwart“ vorbereitet und arbeitete in der Amberger Gasfabrikstraße mit zwei Disponenten mehr als üblich.

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