Hufsymposium im Amberger Kongresszentrum
Hufschmiede missverstanden

Hufsymposium-Veranstalter Josef Luber (Zweiter von links) und Frank Schäfer (Luwex-Mitarbeiter) holten am Mittwoch den von Hufschmieden gestalteten Tisch aus dem Kongresszentrum ab. 295 internationale Teilnehmer besuchten die Fortbildung - unter anderem die 15 belgischen Hufschmiede. Bild: wsb

Das Rätsel um 15 belgische Hufschmiede, deren gemütlicher Kneipenabend mit einem Polizeieinsatz endete, ist geklärt. Wieso waren sie in Amberg? Sie nahmen an einem internationalen Hufsymposium im Kongresszentrum teil. Und eigentlich wollten sie nur einen ausgegeben bekommen.

"Sie hatten eine gute Zeche gemacht", erklärte Symposium-Veranstalter Josef Luber. In so einem Fall wäre es in Belgien üblich, dass nach der Rechnung noch eine Runde Freigetränke auf den Tisch gestellt werden würde. Das hätten die Gäste in Amberg vermisst und deswegen protestiert. Die Bedienung habe "vielleicht ein wenig überreagiert" und gleich die Polizei gerufen. "Aber das ist mittlerweile alles geklärt, das war keine große Sache mehr", so Luber. Im Polizeibericht vom vergangenen Freitag hieß es dazu: "Die herbeigerufene Streife stellte eine einvernehmliche Lösung sicher."

Die 15 belgischen Jungs bildeten aber nur einen sehr kleinen Teil einer großen, internationalen Veranstaltung: 295 Hufschmiede und Tierärzte waren vom 5. bis 7. Oktober zu Gast an der Vils. Wer wollte, konnte bereits am Mittwoch anreisen - wie die 15 Hufschmiede aus Belgien - und mit Kollegen und Freunden plaudern. Aus Mexiko, Argentinien, Amerika, Australien, Südafrika, Israel, Island und vielen anderen Länder Europas kam das Fachpublikum nach Amberg. Sie hörten Referate von Experten aus Australien, Italien, Großbritannien oder Amerika. Organisiert wurde Europas größtes Hufsymposium heuer zum 20. Mal von der Firma Luwex aus Schmidgaden (Landkreis Schwandorf). Die Oberpfälzer stellen seit 1998 Hufeinlagen, Hufpolster und seit einigen Jahren Werkzeuge für die Hufbearbeitung her. Das von Josef Luber gegründete Unternehmen exportiert weltweit und wirbt damit, dass auf vielen Weltmeisterschaften und Olympiaden Top-Hufschmiede seine Produkte verwenden.

Als Josef Luber vor 23 Jahren die Firma Luwex in Schmidgaden gründete, hätte er nicht im Traum daran gedacht, jemals im Mittelpunkt eines internationalen Netzwerks von Hufschmieden und Tierärzten aus der ganzen Welt zu stehen. Alle Referenten kennt er persönlich, zum Teil ist er mit ihnen befreundet.

Anfangs ging die Veranstaltung im Ostbayerischen Pferdesportzentrum in Kreuth bei Rieden über die Bühne, seit zwei Jahren ist das ACC die Örtlichkeit für Veranstaltung, die Theorie und Praxis beinhaltet. "Jedes Land hat seine Spezialitäten", sagte Luber. Das Seminar diene dazu, alle zusammenzuführen und Erfahrungen auszutauschen. Acht Pferde wurden hinter dem ACC beschlagen, es gab Vorführungen, und Produkte wurden ausgestellt. Heuer verewigten sich rund 60 Hufschmiede und Tierärzte in einem extravaganten Tisch, den sie selbst gebaut hatten. Der wurde am Mittwoch von Josef Luber aus dem ACC abgeholt und findet einen Platz im Schmidgadener Besprechungsraum. (Angemerkt)

Jedes Land hat seine Spezialitäten.Josef Luber, Veranstalter des Hufsymposiums
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