Im Amberger Klinikum kommen Smoothies ans Krankenbett
Pürierte Vitaminbomben

Neues Geschmackserlebnis: Auch die Ärzte und Pfleger der Stationen durften sich bei der Verkostung ein eigenes Bild von den Smoothies und Aufbaudrinks der Klinikgastronomie machen. Bilder: hfz (2)
 
Gesund den Bedarf an Kalorien decken: Die süßen und herzhaften Aufbaudrinks helfen dabei.

Essen und Trinken ist für gesunde Menschen das Normalste der Welt. Doch wer unter Schluckstörungen leidet, an Krebs erkrankt oder dement ist, für den kann die tägliche Nahrungsaufnahme zum Problem werden. Denn Appetitlosigkeit, Übelsein oder ein vorzeitiges Sättigungsgefühl gehen häufig mit diesen Erkrankungen einher.

Damit die Patienten nicht zusätzlich an Gewicht verlieren, entwickelt ein Spezialistenteam am Klinikum St. Marien seit kurzem leckere und gesunde Rezepte für Aufbaudrinks und Smoothies. Die pürierten Vitamin-Bomben schmecken dabei nicht nur lecker - "sie versorgen die Patienten zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen und liefern schnell Energie", hebt das Klinikum in einer Pressemitteilung hervor.

Süß und herzhaft

Die Vorbereitungen zum offiziellen Start der Aufbaudrinks liefen seit Monaten auf Hochtouren: Peter Fischer, Leiter der Klinik-Gastronomie, Diätassistentin Elisabeth Gaulard-Hirth und ihr Team tüftelten in dieser Zeit an geeigneten Rezepten: "Die Herausforderung bestand vor allem darin, sowohl süße als auch herzhafte Drinks zu finden, die den Geschmack möglichst vieler Patienten treffen, leicht verdaulich und hoch an Kalorien sind", erklärt Fischer.

Zuerst hat sich das Team an einem Kochbuch zum Thema "Aufbaudrinks" orientiert. Doch in der Testphase stellte sich heraus, dass der Eigengeschmack von frischen Zutaten wie Mangold oder Wirsing für manche Patienten einfach zu speziell war. Deshalb wurden die Kreationen nochmals überarbeitet. Das Ergebnis sind fünf süße und fünf herzhafte Smoothies. Die Geschmacksvielfalt reicht dabei von Rucola-Gurke über Pfirsich-Himbeere oder Grünkohl-Ingwer.

Jeden Morgen werden die pürierten Drinks frisch zubereitet. Sie enthalten weder Konservierungsstoffe, noch Geschmacksverstärker oder Stabilisatoren. "Unser Hochleistungs-Mixer bricht die Zellen von Obst und Gemüse so auf, dass sie viel leichter vom Körper aufgenommen und dadurch gut verträglich sind", so berichtet Fischer. "Außerdem haben wir bei der Auswahl der Smoothies auch an unsere onkologische Patienten gedacht. Ihr Geschmackssinn ändert sich durch die Therapie häufig, und die Schleimhäute reagieren empfindlicher", sagt Ernährungsmedizinerin Dr. Alexandra Bloch-Birkholz, die dem Küchenteam beratend zur Seite stand.

Die Smoothies werden in einer speziellen Frischhalte-Box direkt auf die Stationen und an die Betten der Patienten gebracht. "Die Drinks sind eine tolle Sache und dienen als Ergänzung zu den normalen Mahlzeiten. Wir verordnen sie Patienten, die beispielsweise aufgrund von Eiweißmangel an Wundheilungsstörungen leiden oder Wassereinlagerungen haben", erklärt Dr. Jens Trögner. Er ist Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation sowie einer der beiden Leiter des Alterstraumatologischen Zentrums am Klinikum und hatte die Idee, die nach ärztlicher Anordnung für Patienten kostenlosen Drinks nach Amberg zu holen.

Mehrarbeit für Küche

"In einer Reha-Klinik habe ich die frisch zubereiteten Smoothies als spezielles Zusatzangebot für Patienten zum ersten Mal gesehen. Das an einem Krankenhaus unserer Größe umzusetzen, wäre nicht möglich gewesen ohne den Einsatz unserer Küche, die mit der Zubereitung täglich zusätzlich eine Stunde eingebunden ist." In vielen anderen Kliniken setze man auf die sogenannte supportive Kost, umgangssprachlich auch als Astronautennahrung bezeichnet. Sie sei ebenfalls hochkalorisch und mit Vitaminen angereichert.

"Der Geschmack dieser Fertigprodukte ist aber kein Vergleich zu den frisch zubereiteten Drinks, die zudem preislich nicht wesentlich teurer sind", so das erste Zwischenfazit von Chefarzt Dr. Trögner über die gesunden Smoothies und Aufbaudrinks.
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