25.01.2018 - 10:38 Uhr
Oberpfalz

Internet-Expertin der Polizei klärt Eltern auf Wenn WhatsApp gefährlicher als das Darknet ist

Mit dem etwas unheimlichen Titel "Datenkraken - Exkursion zu den Untiefen im Netz" lockt Kriminalhauptmeisterin Andrea Neumeier viele Zuhörer in den Gerhardinger-Saal der Decker-Schulen. Dabei wird schnell klar, wo die Gefahren tatsächlich liegen.

Sieht harmlos aus und ist es in diesem Fall auch. Doch sobald die Smileys auch an viele weitere Personen geschickt werden, die ihrerseits weitere Freunde zum Senden auffordern sollen, handelt es sich im Prinzip bereits um einen Kettenbrief.
von Externer BeitragProfil

 Mehrmals betonte die Referentin, dass es ihr wichtig ist, das Internet und das Smartphone als wertvolle Bereicherung zu begreifen, dabei aber nicht zu vergessen, dass es Verhaltensregeln gibt. Die Polizistin, deren Fachbereich bei der Kriminalpolizeiinspektion Weiden "Verhaltensorientierte Prävention" heißt, gab Eltern den Rat, sich mit ihren Kindern über die Bedeutung der modernen Medien auszutauschen und sich auch dafür zu interessieren.

Cyber-Mobbing und die Folgen

Das Thema Video sei dabei besonders problematisch. Auf der einen Seite stehe der Konsum von Material, das für Kinder und Jugendliche nicht geeignet ist (etwa pornographische oder gewaltverherrlichende Filme), auf der anderen Seite die Verwendung der Foto- und Videofunktion des Smartphones, um andere Personen zu filmen - unabhängig davon, ob diese das auch möchten. Die Expertin: "Zum einen sollte man den Kindern klarmachen, dass die Veröffentlichung von Bildmaterial zur Bloßstellung und Demütigung anderer strafbar ist. Zum anderen sollte ganz klar sein, dass die Kinder sich in dem Fall, dass sie Zielscheibe einer Cyber-Mobbing-Attacke werden, unbedingt an die Eltern oder eine andere Vertrauensperson wenden sollen."

An diese allgemeinen Verhaltenstipps anschließend gab Neumeier einen Überblick über die bei Jugendlichen gängigen Apps. Auf den Klassiker WhatsApp ging die Referentin gesondert ein und warnte vor allem vor dem hier wieder auflebenden Phänomen des Kettenbriefs, also Nachrichten, mit denen durch Versprechungen oder Drohungen erreicht werden soll, dass der Empfänger die Nachricht an eine gewisse Anzahl von Kontakten weiterleitet, um keinen Schaden zu erleiden. Wenn auch einige dieser Nachrichten nur nervtötend seien, so gebe es darunter auch potenziell gefährliche. Dieses Thema sollten Eltern bei ihren Kindern auf jeden Fall von sich aus ansprechen, um sie vorzuwarnen.

Safer net

Empfohlen wurden folgende Internet-Ratgeber, die seriöse und hilfreiche Tipps anbieten: klicksafe.de, internet-abc.de und saferinternet.at.

Zur Abrundung kam Polizeihauptmeisterin Neumeier noch auf das Thema Darknet zu sprechen und begann damit, dass sie die verbreitete Annahme zerstreute, es handle sich dabei um einen Tummelplatz für Kriminelle. Dabei sei das Darknet lediglich ein prozentual sehr großer Bereich des Internets, in dem man sich bewegen könne, ohne Spuren für Datensammler wie Google und Co. zu hinterlassen. Um Zugang zu erhalten, könne man sich unter der Adresse www.torproject.org den TOR-Browser herunterladen und damit anonym im Internet unterwegs sein.

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