Interview mit einem fotografischen Nachtschwärmer
Amberg im schönsten Licht

(Foto: Marcel Wögerer)
 
(Foto: Marcel Wögerer)

Es muss nicht immer der Sternenhimmel sein. Manchmal kann auch das nächtliche Amberg ganz schön romantisch sein.

Marcel Wögerer (28) ist in der vergangenen Woche extra aus dem oberbayerischen Holzkirchen angereist, um Gebäude und Straßen der Altstadt im nächtlichen Schein der Laternen zu fotografieren. Wir haben mit dem Foto-Touristen gesprochen.

Sie schlendern nachts mit Fotokamera und Stativ durch die Stadt. Machen Sie öfter so aufwendige Spaziergänge vor dem Bettgehen?

Nein, das wäre ein bisschen kompliziert. Ich wohne in Holzkirchen in Oberbayern und bin nur zu Besuch da. Ich gehe halt gerne auf Reisen oder schaue mir über das Wochenende mal spontan eine Gegend an, um diese zu erkunden. Weil ich Leute aus Amberg und Umgebung kenne, hat sich das angeboten.

Warum die Altstadt, warum in der Nacht?

Ich habe mich davor im Internet umgesehen und mir von Bekannten erzählen lassen, was es in Amberg so zu sehen gibt. Da wurden mir die Altstadt und der Mariahilfberg empfohlen. Weil ich gerne auch nachts noch kreativer in meiner Fotografie werden möchte, hab ich mir die Altstadt ausgesucht, mit den Lichtern und der Vils.

War das Fotografieren aufwendig? Was braucht man da dazu? Sehen wir demnächst noch mehr?

Das Fotografieren ist nicht aufwendig, wenn man sein Handwerk kennt. Man braucht natürlich ein Stativ und eine dementsprechende Kamera, die auch nachts gut Licht spendet. Allerdings ist das Objektiv noch entscheidender. Die meisten Bilder habe ich bei geschlossener Blende (Blendenwerte über 16) geschossen, damit der sogenannte Sterneffekt in den Lichtern entsteht. Ich fotografiere mit einer Canon EOS 80D und meist mit dem Weitwinkel Sigma 10 bis 20 Millimeter, Blende 4.5 bis 5.6. Die Bilder werden alle im RAW-Format (Rohdaten der Bilder, ein fertig entwickeltes RAW wird dann als JPEG abgespeichert) gemacht, sprich somit ich noch das Beste in Photoshop am Computer herausholen kann.

Im Sommer will ich versuchen, den Sonnenaufgang am Segelflugplatz einfangen. Danach werde ich noch Sulzbach in Augenschein nehmen und wohl auch von Amberg aus in andere Städte fahren. Der Mariahilfberg bei Sonnenuntergang ist auch noch Pflicht, da er einen herrlichen Überblick über die Stadt bietet.

Was würde Sie noch reizen, zu fotografieren?

Generell verreise ich gern, wie ich anfangs erwähnt habe, deswegen sind ab April diesen Jahres einige europäische Städtereisen und ein Urlaub auf Madeira bereits geplant. Ich war schon im Westen der USA, auf den Kanaren und in Irland. Ein Traum wäre Neuseeland. Sonst bin ich gerne in den Bergen.

Wenn wir mehr von Ihnen sehen möchten, wo kann man Ihre Bilder am besten anschauen?

Ich habe eine eigene Homepage (http://fotowelt-marcelw.de) und bin auf Facebook vertreten. Man findet mich unter Fotoweltmw auch auf Instagram, dort poste ich auch aktiv Bilder. Die Fotografie habe ich 2008 so richtig für mich entdeckt.

Wie kam dieses Interesse an der Fotografie zustande und haben Sie sich weitergebildet?

Ich hatte ein neues Hobby gesucht und bin auf die Fotografie gestoßen, durch ein Hagelereignis mit Körner um die fünf Zentimeter Größe. Das hatte mich so sehr fasziniert, dass ich ab da angefangen habe, Wolken, Gewitter und Stimmungen zu fotografieren. Dies hat sich dann nach und nach weiterentwickelt. Das meiste habe ich mir durch ständige Praxis selbst beigebracht. Ich habe bisher nur Kurse für Architektur und Porträtfotografie belegt. Die ganzen Landschaftstouren unternehme ich auf eigene Faust.
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Markus Schmidbauer aus Amberg in der Oberpfalz | 23.02.2017 | 00:42  
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